Wochenbett Hühnerbrühe

Es gibt viele Dinge, die man sich überhaupt nicht vorstellen kann, wenn man zum ersten mal schwanger ist. Eines davon ist die unglaubliche Wichtigkeit von Essen im Wochenbett. Du denkst, Du isst in der Schwangerschaft mehr als sonst? Im Wochenbett wird sich das noch einmal steigern. Und Deine Gelüste werden sich auch komplett verändern.

Als ich nach der Geburt mit meinem ersten Kind nach Hause kam schickte ich meinen Mann als erstes los um Kekse mit Schokoladenüberzug zu kaufen. Fortan musste alle 2 Tage eine neue Packung her. Als meine Mutter fragte, was wir so brauchen würden, war völlig klar: Mandeln. Und zwar Kiloweise. Ich habe permanent irgendwas geknabbert – und trotzdem purzelten die Kilos.

Mein Mann war damit beschäftigt mich zu füttern und das von mir gefütterte Kind nach dem Stillen herumzutragen. Rückblickend sagt er: „Ich habe mich noch nie so unnütz und gleichzeitig so vielbeschäftigt gefühlt, wie in den ersten 10 Tagen nach der Geburt unseres Sohnes.“ Ich kann nur annehmen, dass das stimmt. Ich kann mich kaum an die Zeit erinnern.

Aber ich bin froh, dass ich in der Schwangerschaft den Tipp bekam, viel Essen vorzubereiten. Unser Tiefkühlschrank war bis oben voll mit Dingen, die man einhändig, übermüdet und halbverhungert „zubereiten“ konnte. Gemeinsam mit einer ebenfalls schwangeren Freundin habe ich Gulasch und verschiedene Suppen eingekocht und in Gläser abgefüllt. Man kann sich nicht vorstellen, wie chaotisch das Leben mit einem Neugeborenen ist. Alles, was man nicht erst einkaufen, sondern nur warm machen muss ist hilfreich!

Meine Oma hatte mir empfohlen, Hühnersuppe vorzukochen. Auch das war ein genialer Tipp!

Dazu nimmt man am besten ein älteres weibliches Huhn, das schon lange Zeit Eier gelegt hat – idealerweise in Bio-Qualität. Wenn man das richtig auskocht, unterstützt die Hühnerbrühe die Milchbildung, beugt der Wochenbettdepression vor und hilft ganz allgemein dabei, wieder zu Kräften zu kommen.

Seitdem ich selbst so gute Erfahrungen mit der Hühnerbrühe gemacht habe, ist das mein Standard-Geschenk für frisch entbundene Freundinnen – vorausgesetzt, sie essen Fleisch 😉

Rezept für Wochenbett-Hühnerbrühe

Im Wochenbett zu Kräften kommen: Hühnerbrühe!

Im Wochenbett zu Kräften kommen: Hühnerbrühe!

Hühnerbrühe fürs Wochenbett – Zutaten:

  • Suppenhuhn (möglichst Bio)
  • Suppengrün (Lauch, Karotten, Sellerie)
  • Zwiebel
  • 2 Lorbeerblätter
  • Teelöffel Zucker
  • Pfefferkörner
  • Wacholderbeeren

Hühnerbrühe fürs Wochenbett – Zubereitung:

Das Huhn wird unter kaltem (!) fließenden Wasser abgewaschen. In einem großen Kochtopf wird das Huhn mit kaltem (!) Wasser bedeckt. Das Gemüse wird grob geschnitten und einfach dazu gesteckt, wo im Topf noch Platz ist. Dann Zucker und Gewürze beigeben. Nun das Ganze langsam erwärmen. Dabei bildet sich weißer Schaum auf der Wasseroberfläche. Wenn man eine klare Brühe wünscht, sollte man den abschöpfen. Ist aber nicht unbedingt notwendig.

Das Huhn sollte mehrere Stunden köcheln. Je länger, desto besser. 3 bis 4 Stunden mindestens. Man kann immer wieder kleine Mengen Wasser beigeben. Ich habe gelesen, dass es in China Tradition ist, die Suppe mit Beginn der Wehen aufzusetzen und sie so lange zu köcheln, bis das Kind da ist. Je länger sie kocht, desto mehr Lebensenergie enthält sie.

Hühnerbrühe fürs Wochenbett – Aufbewahrung:

Hühnerbrühe fürs Wochenbett vorkochen

Hühnerbrühe fürs Wochenbett vorkochen

Man kann die Suppe klar machen, indem man sie erst durch ein Sieb und dann durch ein Tuch abseiht. Ich selbst nehme das Huhn heraus und zerdrücke das gekochte Gemüse mit der Gabel. Das ist dann keine klare Suppe, macht aber beim Trinken später mehr den Eindruck einer Mahlzeit als einer Medizin. Ist Geschmackssache. Die Schraubgläser vor dem Abfüllen gut ausspülen und im Ofen vor dem Einfüllen bei mindestens 60 Grad vorheizen. Dann sollte die Suppe haltbar sein.

Aus dem Huhn selbst kann man etwas anderes zubereiten, zum Beispiel Hühnerfrikassee. Aber das eignet sich, meiner Erfahrung nach, nicht zum Einkochen.

Das könnte Sie auch interessieren


Lisa Figas

Lisa Figas ist Mutter von zwei kleinen Kindern und arbeitet in Teilzeit als Projektleiterin. Sie berichtet über die Erlebnisse aus dem Familienalltag und macht sich Gedanken zu der Gesellschaft, in die wir unseren Nachwuchs eingliedern. Außerdem befasst sich Lisa mit Büchern rund um das Thema Elternschaft und schreibt dazu regelmäßig Rezensionen hier auf HausHofKind.

Kommentare

  1. Hallo Lisa,

    danke für das Rezept. Wir machen die Suppe gerade und sie kocht schon ein paar Stunden. Zwei Fragen hätte ich:

    Wie weit sollte man die Suppe einkochen? Sollte etwa die Hälfte der Flüssigkeit übrig bleiben oder mehr oder weniger?

    Dein Rezept enthält gar kein Salz. Die Suppe schmeckt somit in meinen Augen etwas fade. Ist das beabsichtigt (zwecks Stillen etc.) oder wie machst du das? Wird nachgesalzen?

    Liebe Grüße
    Oli

  2. HausHofKind sagt: Mai 24, 2019 at 2:32 pm

    Hallo Oli,

    Lisa arbeitet leider nicht mehr bei uns aber ich versuche mein bestes deine Fragen zu beantworten.

    Ich würde vorschlagen den Topf halbwegs zugedeckt zu halten während des Kochens, so verdunstet nicht so viel von Deiner Suppe.

    Wegen dem Salz: ich bin mir ziemlich sicher dass Lisa ihre Suppe gesalzen hat, nur vergessen dies auch im Artikel zu erwähnen! Du kannst Salz dazugeben wenn du schon fast fertig mit dem Kochen bist, je nach Geschmack. Danach noch 10 Minuten köcheln lassen und gut umrühren, damit der Salz sich ebenmäßig verbreitet.

    Liebe Grüße
    Hoa Mi

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.