Tipps & Tricks: Was macht ein Kinderzimmer kindgerecht?

Die Phase zwischen Kleinkind und Jugendlichem stellt für den Menschen entwicklungstechnisch gesehen den wichtigsten Zeitraum des Lebens dar. In diesen Jahren werden Prägungen vorgenommen, die für den weiteren Lebenslauf von entscheidender Bedeutung sind, auch wenn dies oft von Eltern oder Kindern nicht so unmittelbar wahrgenommen wird. Im Besonderen ist dies der Zeitraum, in dem kognitive Fähigkeiten wie Motivation, Sprache oder motorische Entwicklung vervollständigt werden. Ein wichtiger Beitrag hierzu ist eine intakte und fördernde Umgebung, allem voran natürlich das Kinderzimmer.

Was ist ein kindgerechtes Kinderzimmer?

Im Kindesalter ist die Fantasie das Bindeglied zwischen der Realität und der noch unvollständigen Logik eines Kindes. Die uneingeschränkte oder filterlose Vorstellungskraft ermöglicht dem Kind, zuerst einmal in alle Richtungen zu denken und durchaus Unmögliches für möglich zu halten. Der Verstand entwickelt sich über Versuch und Irrtum, wozu entsprechende Anreize gehören. Aber natürlich ist nicht nur die geistige Entwicklung von Bedeutung, sondern gleichermaßen die Körperliche.

Ein kunterbuntes Kinderzimmer.

Darum darf ein Kinderzimmer durchaus einen Mix aus bunter Kinderwelt, bequemer Kuschelecke und sachlicher Nüchternheit sein. Das beginnt beim Fußboden, der beispielsweise ein kurzfloriger Teppich sein kann, der einerseits pflegeleicht ist und andrerseits stets für warme Füße sorgt, wenn das Kind auf Socken oder barfuß unterwegs ist. Auf dem Teppichboden könnte ein zusätzlicher Spieleteppich den Spielplatz Fußboden sinnvoll erweitern.

Das kindgerechte Bett, angepasst an das jeweilige Alter, ist ein weiterer wichtiger Punkt. Entsprechend stabil zum darauf herumhüpfen und vielleicht als Hochbett mit integrierter Rutsche ausgeführt. Darunter, wie in einer Art Höhle, ein Schreibtisch für die Schulaufgaben.
Beim Bett darf natürlich die entsprechende Kinderbettwäsche mit verschiedenen Motiven nicht fehlen, denn dem Kind sollten möglichst viele Anreize gegeben werden, seiner Fantasie freien Lauf zu lassen.

Auch die Wände in Form bunter Tapeten stellen einen solchen Fixpunkt dar, wobei mit zunehmendem Alter des Kindes die Komplexität der Denkvorgänge steigt. Wer seinem Kind eine Freude machen will, sollte die Tapeten mindestens alle zwei Jahre wechseln und die darauf befindlichen Motive dem jeweiligen Kindesalter anpassen. Kleine Häschen sind für Dreijährige eine Freude, für Zehnjährige in der Regel ein Gräuel.

Die Einrichtung im Detail

Viele Kleinigkeiten geben einem Kinderzimmer erst das richtige Flair. Dazu kann eine ganze Legion Kuscheltiere gehören wie auch anderes Spielzeug und ebenso entsprechende Schränke und Behälter, um für Ordnung zu sorgen. Das wichtige Ausleben der Fantasie ist dabei keineswegs ein Hindernis, um dem Kind Ordnung beizubringen. Im Gegenteil, Kinder suchen Grenzen und müssen sie finden. Das kann zum Beispiel durch eine entsprechende Vorbildfunktion ohne Geschrei und Wutanfälle geschehen. Einfach zu benutzende Schränke und Spielkisten helfen dabei, dies umzusetzen.

Eine Kuschelecke macht das Zimmer gemütlich

Die Beleuchtung ist ein weiterer wichtiger Punkt. Dazu gehört eine freundliche und helle Deckenleuchte, eine Leuchte am Bett und eventuell auch ein Nachtlicht, das dem Kind in der Einschlafphase genauso einen Bezugspunkt gibt wie wenn es plötzlich nachts aufwacht. Licht bedeutet immer auch Wärme und Schutz, ein Punkt, den viele Erwachsene im Alltagsstress vergessen. Musik unterstützt die Entwicklung kognitiver Fähigkeiten, darum sollte auch ein entsprechendes Abspielgerät vorhanden sein.

Was gehört nicht in das Kinderzimmer?

Internet inkl. Computer, Tablet, Smartphone oder Laptop und Spielekonsole sind im kindgerechten Kinderzimmer genauso fehl am Platze wie der Fernseher, auch wenn das viele Kinder und nicht wenige Erwachsene anders sehen. Zum einen bestehen diese Geräte meist schon im Haushalt und zum anderen entziehen sich die Geräte im Kinderzimmer weitgehend der Kontrolle der Eltern. Ist das Kind bereits im Jugendalter, sieht das Ganze schon wieder anders aus. Allerdings sollten auch hier klare Zeiten ausgemacht werden, damit der Teenie nicht am Ende nur noch vor seiner Spielekonsole zum Stubenhocker wird.

Sicherlich sind die oft herbeigeredeten Befürchtungen einer Verrohung der Kinder eher übertrieben, die einer zunehmenden Bewegungsunlust von Kindern jedoch nicht. Die Reizauslöser audiovisueller Medien sind so stark, dass der natürliche Bewegungsdrang stark unterdrückt wird, die Folgen können unter anderem Übergewicht und eine fehlgeleitete motorische Entwicklung sein.


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