Supermütter – Super Leben?

Wie der Titel „Supermütter – Der etwas andere Ratgeber“ schon vermuten lässt, ist das Buch von Stefanie Wirsching und Doris Wegner tatsächlich nicht gerade das, was ich mir unter Rat-gebend vorstelle.

Die beiden Journalistinnen aus Augsburg haben bei ihren Recherchen 101 Erziehungsfragen an 75 „Supermütter“ gestellt und aus den Antworten dieses Buch zusammen gestellt. Das Endergebnis gleicht dabei allerdings eher einem Erfahrungsbericht. Bereits beim ersten Blick auf den Titel gingen bei mir die Alarmglocken los und ich hatte Bedenken, dass sich „Supermütter“ zu sehr auf die „armen Karrieremütter“ bezieht, die Beruf und Kinder unter einen Hut bekommen müssen. Das war allerdings nicht der Fall.

Aus dem Leben einer Supermutter

Gegliedert in 14 Themenbereiche berichten die Befragten unterschiedlichen Alters und mit verschiedenen Berufen zwar aus ihrem Leben als Mutter, doch wirklich super ist das nun mal nicht immer. Denn Probleme, Unsicherheiten und Situationen zum Haare-Raufen gibt es nun mal vom Baby-Alter des Kindes bis zu pubertären Teenagern.

Jedes Kapitel wird mit einer niedlichen Illustration vorgestellt

Von Diskussionen am frühen Morgen, über das leidige Thema Essen, zum Loslassen an den ersten Tagen im Kindergarten oder der Schule, bis hin zu Streitereien zwischen Geschwistern und Freunden oder peinliche Fragen in der Öffentlichkeit, wird quasi alles hinterfragt. Was dabei jetzt allerdings wirklich eine Supermutter ausmacht, bleibt offen. Denn es gibt Mütter, die sich leichter stressen lassen, solche die alles ganz entspannt angehen, Mütter die mit ihren Kindern offen reden und solche, die eine ungewohnte Situation völlig aus der Bahn wirft.

Ratgeber nicht gleich Rat gebend

So erhält man beim Durchblättern interessante und oft amüsante Einblicke in das Leben von anderen. In manchen Situationen findet man sich selbst als Mutter, oder auch als Kind, schmunzelnd wieder, an anderen Stellen schüttelt man einfach nur den Kopf. Aber vielleicht ging es den beiden Autorinnen genau darum: Jede Mutter, jedes Kind und jedes Leben ist einzigartig und das ist auch gut so. Sich im Hinblick auf die Kindererziehung mit anderen zu vergleichen ist ja bekanntlich auch nicht immer das Beste. Sind Lebenssituationen, berufliche Einschränkungen, Vorlieben der Freizeitgestaltung und der Ernährung doch oft einfach zu verschieden, um sich und seine Kinder mit Anderen vergleichen zu können.

Und wenn man doch mal wieder vor einem schier unüberwindbaren Berg an Aufgaben oder Problemen steht, kann es vielleicht sogar ganz hilfreich sein, in „Supermütter“ nachzuschlagen, wie sich andere Mütter aus diesem Schlamassel gezogen haben. Ob es für einen selbst dann tatsächlich ein hilfreicher „Rat“ ist oder nicht, muss wohl jeder selbst entscheiden. Manchmal hilft es ja schon, wenn man zumindest ein wenig zum Schmunzeln gebracht wird und feststellt: Auch das ist nicht das Ende der Welt.

Zu den Themen äußern sich immer mehrere Mütter. In kleinen gelben Kreisen steht dann ihr Vorname, Beruf, Anzahl von Kinder und deren Alter.

Und wie sehen das die Väter?

Schlussendlich bleibt für mich paradoxerweise trotzdem vor allem eines auf der Strecke: Die Väter. Denn wäre es nicht interessant zu wissen, wie sie manche Situationen einschätzen, auf Ärger mit ihren Kindern reagieren oder sich selbst als Vater sehen. Grundlage für eine Fortsetzung gäbe es also genug und vielleicht werden demnächst auch Superväter auf 101 Fragen Rede und Antwort stehen.

Das Buch „Supermütter“ (erhältlich hier und bei ausgewählten Servicepartnern sowie unter der Telefon-Hotline 0824 777 4444) von Stefanie Wirsching und Doris Wegner ist im Presse-Druck-Verlag der Augsburger Allgemeinen erschienen. Es umfasst 211 Seiten und kostet 14,95€. Wir danken dem Verlag für die Zusendung eines kostenfreien Rezensionsexemplars.


Hoa Mi Nguyen

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