Stadt, Land, Frust?

Ein Spaziergang am Sonntag. Landeier treffen auf Stadtmäuse und es kommt zur alles entscheidenden Frage: Wo haben es Kinder (und deren Eltern) besser – auf dem Land oder in der Stadt?Stadt oder Land?

Ländliche Idylle für Familien

Fangen wir mit dem Land an, dem „ursprünglichen“ Gebiet der Familie. Ländliche Gebiete werden oft als idyllisch und perfekt für Familien gesehen. Wohnt man weit draußen kann sich auch eine mehrköpfige Familie ein Haus mit genügend Zimmern und einem Garten leisten. Die Luft ist besser (sieht man über gewisse Landdüfte hinweg), die Kinder können sich frei entfalten, draußen spielen und die Natur entdecken. Kinder sind in der Lage ihr Umfeld selbstständiger zu erforschen. Soweit zur Idylle.

Einen tollen Bericht, passend zum Thema, haben wir auf SPIEGEL ONLINE entdeckt: Wir Provinzkinder: „In der Stadt wohnen nur Irre“

Die schlechten Seiten der Provinz

Irgendwann werden Kinder größer und haben keine Lust mehr über Wiesen zu tollen und Feldblumen zu sammeln. Große Kinder zieht es früher oder später in die Stadt: Kino, Einkaufen, Freunde treffen, Ausgehen. Wohnt man dann wirklich weit draußen, kann es sein, dass auch die Verkehrsanbindung nicht besonders gut ist. Auch das kann bei den Kleinen schon zum Problem werden, zum Beispiel wenn sie in der Stadt in die Schule gehen oder sie ihre Hobbies dort ausüben. Dann heißt es für die Eltern Taxi spielen. Und eventuell muss ein Zweitwagen angeschafft werden. Das verursacht natürlich weitere Kosten.

Ist die Stadt die Lösung aller Probleme?

In der Stadt hat man kürzere Wege. Die nächste Schule ist gleich um die Ecke, ein gutes Krankenhaus im Ernstfall auch. Wahrscheinlich haben die Kinder in der Stadt auch mehr Möglichkeiten vielfältigeren Hobbies nachzugehen. Die Eltern sind flexibler, da es mehr Auswahl bei der Kinderbetreuung gibt und die größeren auch mal alleine mit Bus oder Bahn zum besten Freund fahren können. Das fördert die Selbstständigkeit.

Die Kehrseite der Stadt

In der Stadt hat man nicht nur die Vorteile vor der Türe, sondern auch die Nachteile. Es gibt einige Gefahren, die auf dem Land weniger eine Rolle spielen, wie Kriminalität, Drogenhandel und Straßenverkehr. Die Luft kann (genau wie auf dem Land) auch schlecht sein. Es gibt weniger Wohnraum und der Vorhandene ist oft teuer. Nur wenige können sich einen Garten leisten und die Kinder müssen bei Besuchen auf den umliegenden Spielplätzen begleitet werden.

Der Kompromiss: Vorort

Das Leben in einem Vorort könnte die Ideallösung im Konflikt zwischen Stadtleben und Landleben darstellen. Man genießt die Vorteile der Stadt und die Freiheiten des Landes, indem man schnell bei der Arbeit ist, danach aber Zeit in seiner eigenen Gartenoase genießen kann. Viele Familien haben den Vorteil des Vororts für sich entdeckt und somit finden sie dort oft Gleichgesinnte. Die Kinder freunden sich schnell an, denn nicht selten geht der Nachbar in die gleiche Schule. Ist der Zusammenhalt bei den Eltern gut, kann man auch Fahrgemeinschaften bilden und sich dabei abwechseln die Kinder in die Schule oder zum Sport zu fahren. Der einzige Nachteil: Schon viele haben diese Vorteile entdeckt! Da sich die Wohnungslage in der Stadt zusehends verschlechtert, zieht es immer mehr Menschen in die Vorstadt. Dadurch steigen die Preise leider auch dort und es wird schwieriger den Traum vom Eigenheim mit großem Garten zu erfüllen.

Was also ist die Lösung?

Das Beste wäre wohl anfangs auf dem Land zu wohnen und in die Stadt zu ziehen, wenn die Kinder größer sind. Von dort zieht es einen aber später, wenn die Kinder ausgezogen sind und man seine Ruhe möchte, wieder aufs Land. Jedoch taucht im Alter dann wieder das Bedürfnis auf ärztliche Versorgung und Einzelhandel gleich vor der Haustüre zu haben….das heißt im Klartext: DIE Lösung gibt es nicht.

Jede Familie muss für sich selbst entscheiden was für sie wichtig ist. Steht die Natur ganz oben und ist man bereit einen weiteren Weg in die Stadt aufzunehmen ist das Landleben geeignet. Möchte man möglichst flexibel sein und ein vielfältiges Angebot vor der Tür haben so ist wohl die Stadt der bessere Wohnort.

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HausHofKind

Kommentare

  1. Wir wohnen in der Stadt und fahren regelmäßig zu den Omas aufs Land. Dort kann unser Sohn dann Kühe und Hühner anschauen und im Wald herumtoben. Außerdem schnaufen wir alle mal richtig durch. Einerseits, weil die Luft definitiv besser ist, andererseits, weil sich Oma um alles kümmert. Auf dem Land zu wohnen kommt für uns im Moment nicht in Frage, weil wir es sehr genießen, viele Dinge zu Fuß erledigen zu können.

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