Artgerechte Haltung für Babys

  • Natürliche Bedürfnisse stillen
  • Gesunde Entwicklung fördern
  • Naturnah erziehen

Säuglingspflege artgerecht

artgerechte Säuglingspflege - der Ratgeber von Nicola Schmidt

artgerechte Säuglingspflege – der Ratgeber von Nicola Schmidt

Auf dieses Buch habe ich mich richtig gefreut. Ich habe es mir aufgehoben für die Zeit in der unser eigenes Baby, das zweite, geboren wird. Vor drei Wochen war es nun endlich soweit… So lest Ihr auch heute wieder eine Rezension, die nicht brandaktuell sofort nach dem Erscheinen des Buches geschrieben wurde.

Die Grundidee des artgerecht-Teams ist, dass glückliche Kinder langfristig unseren Planeten retten. Das finde ich einen interessanten Ansatz für einen Ratgeber zur Säuglingspflege. Leider wird dieses Thema eigentlich nur im Vorwort angesprochen. Wer den Zusammenhang von Weltrettung und glücklichen Babys genauer wissen will, muss sich selbst seine Gedanken zu den einzelnen Kapiteln machen.

Bereits auf den ersten Seiten fällt mir auf, dass dies ein Ratgeber für Menschen ist, die sich bereits etwas mit der Säuglingspflege auskennen. Die also entweder schon andere Bücher gelesen haben, oder schon ein Kind haben oder beides. Hier geht es mehr darum, das eigene Wissen rund im Geburt und Babies zu verdichten und zu ergänzen. An vielen Stellen wird auch schon ein gewisses Grundwissen vorausgesetzt. Das ist aber absolut nicht negativ. Ich denke mir, dass „artgerecht“ dadurch zu einem tollen Geschenk zur Geburt des zweiten oder dritten Babies wird…

Ich selbst habe ja schon einen Sohn und kenne bereits viele Tricks im Umgang mit Babies. Aber trotzdem habe ich noch etliche tolle Informationen erhalten, die teilweise auch im Nachhinein noch das Verhalten oder Situationen aus dem Familienalltag erklären. Besonders zwei Dinge sind mir nach dem Lesen sehr lebhaft in Erinnerung geblieben:

Menschenbabies – zu früh geboren?

Es gibt die Theorie, dass unsere Babies eigentlich noch 3 bis 9 Monate länger im Bauch bleiben müssten. Doch sie kommen schon zur Welt, weil sie später nicht mehr durch das Becken passen würden – hat sich dieses doch durch die Entwicklung des aufrechten Ganges so verändert, dass die Geburt beim Menschen ungleich komplizierter ist als bspw. beim Affen.

Während der „fehlenden“ 3 bis 9 Monate ist das Baby noch ganz anders bedürftig als später. Von Verdauung über Knochen bis zu Gehirn und Nervensystem – nichts ist fertig. Das Kind braucht 24h am Tag jede Minute unserer Aufmerksamkeit.

Das an sich ist nicht unbedingt eine neue Erkenntnis. Hilfreich ist aber das Verständnis für das Kind. Ja, die ersten Monate sind verdammt anstrengend. Und ja, beide Elternteile kommen immer wieder an ihre Grenzen. Doch das Wissen um die frühe Geburt versöhnt mich ein bisschen mit der Vorstellung das Kind (gefühlt) ununterbrochen am Busen hängen zu haben. Auch die Tatsache, dass viele Kinder nur schlafen, wenn man sie trägt, oder wenn sie auf einem Elternteil liegen, ist darauf zurück zu führen.

Ich finde, wenn man versteht, warum das so ist, fällt es leichter, den Zustand entspannt zu akzeptieren. Denn durch „artgerecht“ wird auch klar: Wir können unsere Babies gar nicht verwöhnen. Die Liebe und Zeit, die wir ihnen am Anfang geben, macht sie später zu starken und unabhängigen Menschen.

Eltern: Bildet Banden!

Ebenfalls eindrücklich ist die Aufforderung von Schmidt, sich zu Clans zusammenzuschließen. Den Spruch, dass es ein ganzes Dorf braucht, um ein Kind zu erziehen, kennen wir alle. Doch wer beherzigt ihn denn schon ernsthaft?

Schmidt macht klar, warum eine einzelne Frau mit einem Säugling nur überfordert sein kann. Sie beschreibt, wie die Baby-Betreuung in Naturvölkern gehandhabt wird und gibt Tipps, wie man auch in unserer modernen Welt eine Lastenverteilung organisieren kann.

Nicht jeder muss deshalb das Kind der Nachbarin stillen oder in ein Mehrgenerationenhaus umziehen. Es reicht schon, sich ein gutes Netz aufzubauen und dieses regelmäßig zu pflegen.

Und auch das ist etwas, das mir schon lange am Herzen liegt. Nach uns haben die Nachbarn auch Babies bekommen. Bald endet bei allen Familien im Haus die obligatorische Elternzeit der Mutter von 12 Monaten und sie merken, dass das mit der Vereinbarkeit auch sie betrifft. Die ersten zaghaften Gespräche am Gartenzaun wurden schon geführt: Notfallpläne, gemeinsames Spielen, Kinder kennenlerenen…

Ich hoffe wirklich sehr, dass sich das in Zukunft realisieren lässt. Es ist so eine komische Befürchtung, dem anderen unentgeltlich zu helfen oder um Hilfe zu bitten. Dabei ist es so leicht ein Kind zu sich zu nehmen, wenn man ohnehin schon zwei eigene betreut… Ich denke, dass wir mindestens drei Familien schon sicher in unserer Bande haben. Drückt mir die Daumen!

artgerecht – Das andere Baby-Buch“ von Nicola Schmidt ist bei Kösel erschienen und kostet 19,99€. Wir danken dem Verlag für die Bereitstellung eines kostenfreien Rezensionsexemplares.

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Lisa Figas

Lisa Figas ist Mutter von zwei kleinen Kindern und arbeitet in Teilzeit als Projektleiterin. Sie berichtet über die Erlebnisse aus dem Familienalltag und macht sich Gedanken zu der Gesellschaft, in die wir unseren Nachwuchs eingliedern. Außerdem befasst sich Lisa mit Büchern rund um das Thema Elternschaft und schreibt dazu regelmäßig Rezensionen hier auf HausHofKind.

Kommentare

  1. […] der zweiten Schwangerschaft habe ich dann das Buch artgerecht gelesen und mich dadurch wieder an unsere ersten Windelfrei-Versuche erinnert. Angeregt durch […]

  2. […] Gedanken dazu schon bei unserem ersten Kind gelesen zu haben. Ganz ähnlich wie Nicola Schmidt in artgerecht plädiert auch sie darauf, dem Kind zu vertrauen. Das Schlafbedürfnis des Babys soll unterstützt […]

  3. […] ihrem Baby-Ratgeber „artgerecht“, den ich auch hier im Blog schon rezensiert habe (Artgerechte Haltung für Babys). Nun habe ich das Glück, auch den artgerecht-Jahresplaner benutzen zu dürfen, an dem sie im […]

  4. […] artgerecht von Nicola Schmidt […]

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