Krankes Kind beschäftigen

Unser zweijähriges Kind ist eigentlich ein richtig wilder kleiner Junge. Erst gestern hat er sich alle Kissen und Decken zusammengesucht, um von der Couch aus in den weichen Berg zu springen. Das war ein Spaß!

Heute hole ich ihn von der Tagesmutter ab und erfahre, dass er schon beim Mittagessen fast eingeschlafen ist. Das ist wirklich untypisch. Von unseren Einschlafproblemen hatte ich ja schon mal berichtet. Zuerst verkündet er mit schwacher Stimme: „Tino müde.“ und als ich ihn frage, ob er krank ist, sagt er ganz bekümmert ja“. Nun gut. Das wird also ein ruhiger Nachmittag. Zum Glück war ich schon einkaufen.

Nachdem er innerhalb von Sekunden eingeschlafen ist, hab ich erstmal für eineinhalb Stunden meine Ruhe und kann mich selbst etwas entspannen nach der Arbeit. Als ich dann nach dem schnarchenden Zweijährigen sehen will, liegt er mit großen Augen still im Bett und schaut mich an. Erstmal trinken, dann umziehen und Fiebermessen: 38,5 Grad. Ich finde das geht noch. Er macht eigentlich einen guten Eindruck – für ein Kind mit Fieber.

Unser Ritual nach dem Mittagschlaf ist es, dass der Kleine sich in der Küche auf den Sessel mit dem Schaffell kuschelt, trinkt, einen Keks bekommt und mir beim Kochen zuschaut bis er richtig wach ist. Heute steht statt kochen Adventskranz binden auf dem Programm. Das interessiert ihn sehr und ich habe Hoffnung, dass er sich dabei erholt. Aber schnell stellt sich heraus, dass er schlechter drauf ist als zunächst angenommen. Er windet sich auf dem Sessel und stöhnt leise vor sich hin. Ja, Hunger hat er. Aber alle meine Vorschläge findet er doof. Nicht mal Mandarine – derzeit das absolute Lieblingsessen – macht ihn an. Oh je.

Stattdessen verlangt er „Couch, Musik“. Das hat sich schon bewährt, als er das letzte Mal krank war und gebrochen hat. Er kuschelt sich in die liebste Ecke der Couch, bekommt zwei Decken (eine reicht heute nicht) und ich stelle Kindermusik an. Dafür habe ich die CDs von Sternschnuppe Kinderlieder. Die kenne ich schon aus meiner eigenen Schulzeit. Da haben wir im Musikunterricht nämlich deren Hit „Breznbande“ nachgesungen.

Schlaflieder für kranke Kinder

Schlaflieder für kranke Kinder

Heute wähle ich natürlich eine ganz ruhige CD. „Nina Nana“ ist eine Sammlung von Schlafliedern aus aller Welt. Die Hauptperson Johanna setzt sich jeden Abend mit ihrer Mutter zusammen und wählt auf der Weltkugel mit dem Finger ein Land aus. Dann erzählt die Mama eine Geschichte über die Kinder, die in diesem Land leben, und singt ein passendes Schlaflied.

Das ist so beruhigend, dass mir schon manchmal selbst die Augen zugefallen sind… Und bei meinem kranken Kind funktioniert das auch super. Er döst vor sich hin, hört aber immer wieder aufmerksam zu. Da ich nicht weggehen darf hole ich mir eben mein Strickzeug und setze mich dazu. Ist halt Entschleunigung angesagt. Auch ok. Trotzdem hoffe ich, dass er sich schnell erholt. Schließlich steht der erste Advent vor der Tür! Wir wollen doch weihnachtlich Dekorieren und Plätzchen backen…

PS: Passend zum Thema möchte ich allen berufstätigen Eltern auch unseren Artikel zu Lohnfortzahlung bei krankem Kind empfehlen.

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Lisa Figas

Lisa Figas ist Mutter von zwei kleinen Kindern und arbeitet in Teilzeit als Projektleiterin. Sie berichtet über die Erlebnisse aus dem Familienalltag und macht sich Gedanken zu der Gesellschaft, in die wir unseren Nachwuchs eingliedern. Außerdem befasst sich Lisa mit Büchern rund um das Thema Elternschaft und schreibt dazu regelmäßig Rezensionen hier auf HausHofKind.

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