Arbeitnehmerrecht – wenn das Kind krank ist

Arbeitnehmerrechte wenn das eigene Kind krank ist.

Arbeitnehmerrechte wenn das eigene Kind krank ist.

Alle Eltern erleben diesen Tag irgendwann: Das eigene Kind ist krank und man kann deshalb nicht zur Arbeit gehen. Oft herrscht dann Unklarheit: Steht mir überhaupt Gehalt zu und wenn ja wie viel? Oder muss ich sogar Urlaub nehmen?

Viele sind der Meinung, dass man sich als Arbeitnehmer »krankschreiben« lassen kann, allerdings stimmt das nicht. Jedenfalls nicht zu 100 Prozent, denn nach § 45 SGB V kann ein Arbeitnehmer nur dann eine unbezahlte Freistellung durch den Arbeitgeber und Krankengeld durch die Krankenkasse anfordern, wenn:

  • das kranke Kind das zwölfte Lebensjahr noch nicht vollendet hat.
  • das kranke Kind und der sich kümmernde Elternteil gesetzlich versichert sind.
  • eine ärztliche Bescheinigung vorliegt.
  • kein Anspruch auf eine bezahlte Freistellung durch den Arbeitgeber vorliegt.
  • keine andere in deinem Haushalt lebende Person das erkrankte Kind pflegen kann.

Grundsätzlich muss der Arbeitgeber aber das Gehalt weiterzahlen, denn nach § 616 BGB ist der Arbeitgeber zur Lohnfortzahlung verpflichtet.
Dies kann allerdings im Arbeitsvertrag durch eine Formulierung »Anspruch auf Arbeitsentgelt bei persönlicher Verhinderung im Sinne des § 616 BGB besteht nicht.« durch den Arbeitgeber beeinflusst werden.

Wie lang besteht der Anspruch?

Jeder Elternteil hat laut Gesetz pro Kind maximal zehn Arbeitstage pro Kalenderjahr zur Verfügung. Bei drei Kindern allerdings maximal 25 Arbeitstage. Alleinerziehende Eltern haben den doppelten Anspruch und somit pro Kind 20 Arbeitstage.

Wie hoch ist das Kinderkrankengeld?

Zwischen mindestens 70% deines Bruttoeinkommens und maximal 90% deines Nettoeinkommens kannst du erwarten.

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Kinderkrankentage teilen?

Unsere Kolumnistin war kürzlich in genau dieser Situation. Das Kind ist Montag früh krank aufgewacht und die Ärztin riet dazu, zwei Tage daheim zu bleiben. Völlig unkompliziert war es, die beiden Tage zwischen den Eltern aufzuteilen. Beim Kinderarzt wurden einfach zwei Bescheinigungen ausgedruckt – für jeden Tag eine. Wer diese dann bei seinem Arbeitgeber einreicht, bleibt den Eltern selbst überlassen. So lässt sich die Verantwortung für das Kind fair teilen. In unserem Fall bliebt die Mutter am Montag daheim, weil Vater einen Kundentermin hatte. Am Dienstag wurde getauscht, weil die Mutter eine Schulung vorbereiten musste.

Was ist mit dem Gewissen?

Jedes Kind geht mit Krankheiten anders um und deshalb muss man sich Fragen wie »Wegen 38,5 Grad ward ihr beim Arzt?« nicht anhören, denn jeder kennt sein Kind am besten. Wenn das eine Kind mit 40 Grad Fieber noch im Haus herumrennt, kann das andere bereits bei 38,5 Grad flachliegen.

Das schlechte Gewissen kommt zwar schnell auf, wie die zum Beispiel die Bloggerin MiMi Erdbeer berichtet, doch viel zu oft zu unrecht. Peter Fink, Betriebsrat der Hessing Klinik meint: »An oberster Stelle sollte doch immer das Wohlsein des eigenen Kindes stehen und deswegen dieses Angebot des Gesetzgebers und der Arbeitgeber.«

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Kommentare

  1. […] Passend zum Thema möchte ich allen berufstätigen Eltern auch unseren Artikel zu Lohnfortzahlung bei krankem Kind […]

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