Ist Schule von Heute noch zeitgemäß?

Ein neues Jahr, eine neue Klasse. Die 9. Klasse Mittelschule. Alles stellt sich auf ein letztes Jahr Schule und den Quali ein. Hier vermischen sich Freude und Angst zugleich.

Bildquelle: Shubham Sharan von Unsplash

Zusätzlich besetzt das Amt die Mittelschule mit einem neuen Schulleiter, der darüber hinaus auch für ein Jahr zum Klassenlehrer der Abschlussklasse ernannt wird, da die Klassenlehrerin aus der 8. Klasse, die übrigens hervorragend war, leider nicht mehr zur Verfügung steht.

Als wäre die Abschlussklasse für die Schüler nicht schon aufregend genug, setzt man ihnen auch noch einen neuen Lehrer vor die Nase, zu dem erst mal eine Vertrauensbeziehung hergestellt werden muss.

Aber halt. Schon am ersten Tag, als der Lehrer (Schulleiter) die Klasse betrat, sah er sich um und sagte: „Ihr schafft euren Abschluss sowieso nicht“. Und schon entgleisten die ersten Gesichter und die Blicke fielen auf die Tische.

Wir sind aus allen Wolken gefallen. Wie kann man denn als Schulleiter / Lehrer / Pädagoge / Vertrauensperson am ersten Schultag so einen Spruch von sich geben. Wie soll man als Schüler damit umgehen und vor allen Dingen ein ganzes Jahr lang. Die Noten der Klasse fielen über die Monate rapide in den Keller. Seltsamerweise nur die Noten, die beim Klassenlehrer geschrieben wurden.

Es gab viele Gespräche mit dem Lehrer / Schulleiter, der jedoch darauf verwies, dass es an den Kindern liegt. Diese sind faul und desinteressiert. Natürlich gibt es auch faule Kinder oder welche, die kein Interesse am Unterricht haben. Aber doch nicht die ganze Klasse. Vor allen Dingen waren viele dabei, die ihre Schulzeit schon absolviert hatten und freiwillig da waren. Sobald man ihn aber darauf ansprach, wie es sein kann, dass die ganze Klasse so in den Keller gefallen ist, konnte er sich das nicht erklären.

Wenn man aber als Elternteil energischer interagieren würde, hat das Kind natürlich infolge dessen die Arschkarte. Denn in dem Moment sitzt der Lehrer am längeren Hebel und könnte dem Kind das Jahr noch schwieriger gestalten.

Nun heißt es Endspurt und die Prüfungsvorbereitungen beginnen. Sollte man meinen. Während in anderen Schulen fleißig geübt und gearbeitet wird, entschied sich der Schulleiter dazu, das Ganze auf freiwilliger Basis zu machen. Wer kommen mag, kann kommen, sich in die Klasse setzen und falls jemand Fragen hat, soll er sich doch bitte im Sekretariat melden.

Und wieder sind wir aus allen Wolken gefallen. Ich musste mich beherrschen, nicht zur Schule zu fahren, um mal ordentlich Dampf abzulassen. Hier geht es um die Zukunft von jungen Menschen und man schert sich nicht im Geringsten darum, was aus ihnen wird. Kurz um entschieden wir uns unsere Tochter zu Hause zu lassen und von dort aus mit zusätzlicher Nachhilfe zu lernen.

Es gibt so viele Erwartungen an die Schüler und Stoff, der in deren Köpfe rein gestopft wird. Prüfungsdruck und Zukunftsangst, die junge Menschen plagt. Menschen, die sich teilweise schon in den Oberstufen Auszeiten nehmen müssen, weil die Anforderungen alle Grenzen sprengen. Doch was ist mit den Schülern? Haben diese denn keinen Anspruch auf vernünftigen und humanen Unterricht?

Kinder und Jugendliche sind die Zukunft unserer Gesellschaft und werden zu Zombies mit Angst herangezogen, weil viele Lehrkräfte überfordert sind und auch nicht mehr bereit sind, etwas daran zu ändern.

Natürlich gehört auch die heimische Erziehung dazu, doch man bedenke, dass die Schüler einen Großteil ihres Lebens in Schulen und Bildungszentren verbringen und die Lehrer eine erzieherische Verantwortung tragen. Es ist in ihrer Pflicht hier alles zu geben, denn das bringt ihr Beruf mit sich, für den sie sich freiwillig entschieden haben.

Es gibt natürlich wie in allen Bereichen gute und schlechte Lehrer. Ich habe aus meinem Umfeld erfahren, dass die Qualität der Lehrer nachgelassen hat. Natürlich trägt hier auch die Politik einen Großteil der Verantwortung, da es viele Vorgaben gibt, die nicht erfüllt werden können. Zu große Klassen, zu wenig qualifizierte Lehrer und noch viele weitere Faktoren.

Das sollte aber keine Entschuldigung für ein Fehlverhalten gegenüber unseren Kindern sein. Unser Schulsystem ist schon lange überholt und bedarf dringend einer Grundsanierung. Meiner Meinung nach darf kein Lehrer so ein negatives Verhalten an den Tag legen, egal, wie die Umstände sind. Gerade dann sollte man sich bemühen, das Beste für die Kinder zu geben, was ich ja auch in der 7. und 8. Klasse erleben durfte.

Was haltet ihr von dem Thema und was sind eure Erfahrungen dazu?

LG R.B.

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