Interview mit Severine Naeve von Cottonbudbaby

Cottonbudbaby ist ein Verleih für Babykleidung in den ersten sechs Lebensmonaten des Babys. Eltern erhalten eine Box mit verschiedenen Kleidungsstücken, die auf die Jahreszeit angepasst ist. Wenn das Baby aus der Größe der Kleidung herauswächst, wird die Box gegen die nächste Größe getauscht. Alle Kleidungsstücke sind zertifiziert und von Biomarken. Wir haben mit der Gründerin und Mutter Severine Naeve gesprochen:

 

Sie haben das junge Unternehmen Cottonbudbaby gegründet. Können Sie sich kurz vorstellen?

Mein Name ist Severine Naeve und ich habe viele Jahre als Journalistin gearbeitet. Ich war leidenschaftlich gerne Nachrichtenredakteurin, hauptsächlich beim Radio, u.a. beim NDR und der dpa. Nachhaltigkeit war mir schon immer ein besonderes Anliegen und ich habe u.a. auch als Autorin Nachhaltigkeitsberichte für Dax-notierte Unternehmen geschrieben. Da habe ich schnell gelernt, dass nachhaltige Unternehmensführung besonders gut funktioniert, wenn alle etwas davon haben.

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Sie haben selbst eine kleine Tochter. Ist es schwierig geeignete Kleidung zu finden? Haben Sie selbst Kleidung geliehen oder verliehen?

Ja, in der Tat ist Kinderkleidung ein komplexes Thema. Sie soll ja nicht nur hübsch aussehen, sondern die meisten aufgeklärten Eltern legen heute durchaus auch Wert auf schadstofffreie und fair produzierte Kleidung für ihr Kind. Mit diesen Ansprüchen wird es dann schnell sehr teuer und auch Secondhand zahlt man für Klamotten dieser Qualität noch einen stolzen Preis. Ich habe für meine Tochter sehr viel Kleidung geliehen oder gebraucht gekauft, weil ich mir eine komplette Ausstattung in bester Qualität gar nicht hätte leisten können. Natürlich leiht und verleiht man unter Müttern dann häufig die Klamotten der Kinder, v.a. die ganz kleinen Größen, denn die Sachen sind ja meist noch wie neu, wenn die Kleinen aus ihnen heraus gewachsen sind. Und das ist wirklich schade, wenn die dann einfach in Kisten verpackt im Keller rumstehen. Man hat sie ja mal mit viel Liebe ausgesucht.

 

Woher kam die Idee zu Cottonbudbaby?

Gencottonbud-baby-on-cardboardau aus dieser Situation heraus: Ich selber habe viel geliehen und verliehen und eben gemerkt, wie gut in Schuss die meisten Sachen noch waren, aus denen meine Tochter v.a. am Anfang superschnell heraus gewachsen ist. Und meine Recherche zum Thema Biolabel hat mich schnell sehr wütend gemacht. Der Markt ist extrem unübersichtlich und es steht oft irgendwo „bio“ drauf, wo dann nur ein gewisser Prozentsatz „bio“ drin ist. Das kann man als Laie, v.a. mit kleinem Baby zu Hause, wenn man gerade ganz andere Dinge im Kopf hat, gar nicht so durchschauen. Das hat mich wirklich geärgert. Und ich wollte, dass es sich eben möglichst viele Eltern leisten können, ihr Baby in hochzertifizierte, saubere Kleidung zu stecken.

 

Warum haben Sie sich für die Selbstständigkeit entschieden? Sind Sie froh diese Entscheidung getroffen zu haben und können Sie es jungen Eltern empfehlen?

Nach der Elternzeit habe ich gemerkt, dass sich mein Job und das Leben mit Kind leider nicht ganz so gut vereinbaren lassen, wie erhofft. Gerade als freie Journalistin muss man große Flexibilität zeigen, was die Arbeitszeiten betrifft. Das konnte und wollte ich nicht mehr leisten. Die Idee für Cottonbudbaby hatte ich schon länger im Kopf und dann habe ich in einem Sommerurlaub mit meinem Mann abends einfach mal angefangen, einen Businessplan zu schreiben. Wir haben schnell gemerkt, dass das funktionieren könnte und dann haben wir das einfach umgesetzt. Ich kann das jedem empfehlen, der eine Idee hat, für die er brennt. Denn man muss schon viel Energie mitbringen, gut planen und organisieren. Aber für mich gibt es nichts Besseres.

 

Wie schaffen Sie es Ihre Arbeit und Ihre Familie unter einen Hut zu bringen?

Ich arbeite netto bestimmt deutlich mehr als vorher. Aber das eben selbstbestimmt und viel freier. Ich beantworte Mails auch vom Spielplatz aus oder arbeite abends, wenn meine Tochter schläft. Ich kann mir meine Termine so legen, dass sie in unser Familienleben passen. Und ich habe zum Glück ja auch einen Mann, der auch einen großen Teil zum Gelingen unseres Konstruktes beiträgt. Es ist außerdem sehr motivierend, seine eigene Idee umzusetzen und wachsen zu sehen. Das gibt mir auch viel Energie!

 

Was erzählen Ihre Kunden von ihren Erfahrungen mit Cottonbudbaby? Gibt es eine schöne Geschichte, die Sie erzählen können?

Da gibt es ganz entzückende Reaktionen: Ich bekomme bspw. oft Fotos von den Babys in unserer Kleidung gemailt und die Eltern schreiben uns, wie glücklich sie sind, dass sie sich um das Thema gerade nicht selber kümmern müssen. Letztens schrieb mir eine Frau, dass sie sich jetzt überlegt, noch mal schnell schwanger zu werden, weil sie die Idee so gut findet und Cottonbudbaby so gerne nutzen würde. Das freut mich natürlich sehr. Wer weiß, vielleicht tragen wir ja dazu bei, dass die Geburtenrate in Deutschland wieder steigt 🙂

 

Hier gelangen Sie zur Seite Cottonbudbaby und können mehr über Severine Naeve und ihr Unternehmen erfahren.

 


Lisa Figas

Lisa Figas ist Mutter von zwei kleinen Kindern und arbeitet in Teilzeit als Projektleiterin. Sie berichtet über die Erlebnisse aus dem Familienalltag und macht sich Gedanken zu der Gesellschaft, in die wir unseren Nachwuchs eingliedern. Außerdem befasst sich Lisa mit Büchern rund um das Thema Elternschaft und schreibt dazu regelmäßig Rezensionen hier auf HausHofKind.

Kommentare

  1. So ein Abo ist doch eigentlich auch ein super Geschenk für werdenene Eltern. Viel besser als einfach nur ein paar niedliche Bodys zu kaufen, die dann nach 5 Wochen eh nicht mehr passen.

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