Familienfreundliche Beikost

Meine Tochter ist nun 5 Monate alt. Bis vor ein paar Wochen habe ich sie voll gestillt. Doch nun ist die Zeit der Beikost gekommen. Langsam zeigen wir ihr verschiedene Lebensmittel, wie Gemüsebrei, Milchbrei, Obst und Brot. Unsere Strategie liegt irgendwo zwischen den Empfehlungen der WHO und der Idee des Baby Led Weaning. Welche Lebensmittel die kleine Maus bekommt entscheiden wir eher danach, wie es in unseren Familienalltag passt, als danach, was auf irgendeinem Plan steht. Unser Kinderarzt hat dieses Vorgehen abgesegnet.

Das breifrei Kochbuch

Das breifrei Kochbuch

Schon während der Schwangerschaft bekam ich Das breifrei Kochbuch von Loretta Stern und Anja Constance Gaca und legte es mir bereit für den Zeitpunkt, an dem unser zweites Kind mit dem Essen beginnen würde. Heute möchte ich Euch von diesem Buch erzählen.

Breifreie Beikost

Die beiden Autorinnen des breifrei Kochbuches sind selbst Mütter und berichten immer wieder von ihren Erfahrungen mit verschiedenen Lebensmitteln. Sie erklären, warum sie die breifreie Beikost für kleine Kinder ideal finden. Dabei argumentieren sie im Grunde damit, dass es in der Steinzeit weder Thermomix noch Pürierstab gab und dass es die Natur sicherlich so eingerichtet hat, dass kleine Kinder mit einigen Happen, die vom Elternessen anfallen, gut zurecht kommen.

Stern und Gaca geben aber immer wieder Hinweise darauf, dass Kinder unterschiedlich sind. Manche grabschen schon mit ein paar Wochen nach dem Essen der Eltern, andere interessieren sich ein halbes Jahr oder länger gar nicht für das, was auf dem Esstisch passiert. Bei der Einführung der Beikost sollte man darauf achten.

Sehr interessant fand ich auch die Erklärung für Beikostreife: Wenn das Baby lernt, sich vom Rücken auf den Bauch zu drehen, lernt es gleichzeitig die seitliche Zugenbewegung. Diese ist entscheidend, um Lebensmittel zu schlucken, die nicht aus einer Brustwarze oder einem Sauger herausfließen. Fehlt die seitliche Zungenbewegung, so spuckt das Kind immer wieder aus. Das ist ein klares Zeichen dafür, dass das Baby noch nicht bereit ist.

Rezepte für die ganze Familie

Nach etlichen Seiten Lebensmitteltheorie und Erklärungen beginnen dann die Rezepte. Ich muss sagen, dass mir hier fast alles richtig gut gefällt. Es gibt viele abwechslungsreiche Gerichte, sortiert nach Kapiteln wie Suppen, Frühstück oder warme Gerichte. Dabei sind die Kochvorschläge so gestaltet, dass das Baby selbst mitessen kann oder dass man während dem Kochen ein paar Happen beiseite stellt. So müssen nicht extra zwei Gerichte gekocht werden (Familienessen und Brei) sondern es gibt ein Essen für alle. Das finde ich sehr effizient und gut für die Familie.

Wir haben drei Gerichte ausprobiert. Leider kann ich Euch hier keine Fotos zeigen, weil ich

  1. in der Küche keine Zeit habe mit meinem Handy rumzuspielen
  2. wahnsinnig unbegabt bin, wenn es darum geht, Teller zu fotografieren. Glaubt mir, das würde eher abschrecken.

So müsst ihr mir einfach glauben, was ich schreibe…

Rezept 1: Frittata (Seite 44; Das breifrei Kochbuch)

Frittata Rezept aus dem breifrei Kochbuch

Frittata Rezept aus dem breifrei Kochbuch

Die Frittata besteht im Wesentlichen aus Ei und Zucchini. Dazu noch etwas Parmesan, Kräuter und Gewürze. Die Zubereitung war sehr simpel und lässt sich auch im chaotischen Alltag bewerkstelligen. Uns Erwachsenen hat sie gut geschmeckt. Statt als Frühstück habe ich sie am Abend gemacht. Erst während dem Kochen ist mir eingefallen, dass das große Kind immer von Ei spucken musste. Dann habe ich mich spontan umentschieden und unserem Baby doch nichts davon angeboten. Doch davon abgesehen halte ich dieses Gericht für kleine Kinder für gut geeignet.

Rezept 2: Brokkoli in Mandelmilch (Seite 101; Das breifrei Kochbuch)

Brokkoli Rezept aus dem breifrei Kochbuch

Brokkoli Rezept aus dem breifrei Kochbuch

Der Brokkoli ist als Beilage gedacht. Wir haben dazu noch Reis (wie im Buch empfohlen) und Steak, bzw. Grillkäse für meinen vegetarischen Mann, gemacht. Das waren dann am Ende ganz schön viele Töpfe und Pfannen auf dem Ofen und alles musste gleichzeitig bewacht werden. Aber an einem Wochenende mit beiden Eltern daheim hat das gut geklappt.

Der Brokkoli war dabei das Einfachste: Klein schneiden, anbraten, Knoblauch dazu, mit Mandelmilch aufgießen, fertig. Brokkoli und Mandeln passen super zusammen. Unsr Baby hat voller Hingabe an den kleinen Röschen gelutscht und wir hatten viel Spaß dabei, sie zu beobachten. Wir großen waren etwas irritiert wegen der Menge der Mandelmilch (500ml.) um den Reis und den Brokkoli darin zu ertränken ist das viel zu viel. Und um sie pur zu löffeln oder zu tringen hat sie zu wenig Eigengeschmack. Am Ende haben wir sie dann weggeschüttet – eigentlich zu schade, weil Mandelmuß gar nicht günstig ist. Trotzdem war das mal eine interessante Idee für Brokkoli.

Rezept 3: Daal von roten Linsen (Seite 96; Das breifrei Kochbuch)

Zutaten für Daal

Zutaten für Daal

Das Daal ist relativ leicht zu kochen, weil man nur wenige Zutaten braucht. Es dauert aber wesentlich länger, als die Beschreibung im Text vermuten lässt. Gut, dass ich es schon Nachmittags vorbereitet habe. So hatte ich mehrere Stunden Zeit, es auf kleiner Flamme ziehen zu lassen.

Unser Baby konnte das Daal leider nicht probieren, weil es völlig unerwartet vor dem Essen eingeschlafen ist. Der Dreijährige fand es super, hat aber nur wenig gegessen. Ich vermute, das lag an der großen Menge Salzbrezeln, die er kurz zuvor verputzt hat.

Für uns Erwachsene habe ich einen fetten Schafskäse-Salat dazu gemacht und es gab Chiabatta. So sind wir satt geworden. Das Daal alleine hätte niemals gereicht.

Das breifrei Kochbuch

Mein Fazit ist recht positiv. Ich denke, dass wir auch später noch, wenn die Kinder größer sind, hier Rezeptideen finden. Dieses Kochbuch hat auf alle Fälle einen Platz in unserem Küchenregal gefunden. Auch das freundliche Design und dass fast alle Rezepte bebildert sind (teilweise mit Schritt-für-Schritt-Anleitung), haben mir sehr gefallen. Eine sinnvolle Ergänzung fände ich es, wenn die Autorinnen noch mehr darauf eingehen würden, welche Gerichte man vorkochen kann (zum Beispiel während dem Mittagschlaf der Kinder) und welche man einfrieren oder aufheben kann. Das würde noch einmal zusätzlich meinen Alltag als Mutter mit zu wenigen Armen entstressen.

Dieses Buch legt eindeutig den Fokus auf die Rezepte. Die Theorie zur breifreien Beikost wird zwar erläutert aber die Autorinnen weisen immer wieder darauf hin, dass es ein anderes, ausführliches Buch zur breifreien Ernärung von Babys gibt, das sie selbst geschrieben haben. Ich habe Das breifrei Kochbuch auch ohne die andere Lektüre verstanden und mich manchmal über die wenig subtile Werbung geärgert, aber das ist sicher Geschmackssache.

Das Buch Das breifrei Kochbuch von Loretta Stern und Anja Constance Gaca ist bei Kösel erschienen und Kostet 14,99€. Wir danken dem Verlag für die Bereitstellung eines kostenfreien Rezensionsexemplares.

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Lisa Figas

Lisa Figas ist Mutter von zwei kleinen Kindern und arbeitet in Teilzeit als Projektleiterin. Sie berichtet über die Erlebnisse aus dem Familienalltag und macht sich Gedanken zu der Gesellschaft, in die wir unseren Nachwuchs eingliedern. Außerdem befasst sich Lisa mit Büchern rund um das Thema Elternschaft und schreibt dazu regelmäßig Rezensionen hier auf HausHofKind.

Kommentare

  1. […] ihr Ansatz überzeugt und ich erlebe auch, wie glücklich meine 8 Monate alte Tochter ist, wenn sie an gedünstetem Brokkoli lutscht oder seufzend Nudeln kaut. Darüber hinaus legt die Autorin großen Wert auf den sozialen Aspekt […]

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