Erziehung: Kindern Werte vermitteln

Welches Ziel haben wir mit der Erziehung unserer Kinder? Das ist eine Frage, die mein Mann und ich uns als Eltern immer mal wieder stellen. Klar, der Große soll später beim FC Bayern spielen und die kleine Schwester mindestens einen Dax-Konzern leiten. So weit so logisch. Aber mal ernsthaft: Wenn die Welt mit unseren Kindern eine bessere ist, als sie ohne sie wäre, dann haben wir doch schon ganz schön viel erreicht, oder?

Kutik: Herzensbildung - wie man Kindern Werte vermittelt

Kutik: Herzensbildung – wie man Kindern Werte vermittelt

Etwas konkreter drückt das Christiane Kutik aus, Erzieherin und Eltern-Coach. Sie hat mit ihrem Buch „Herzensbildung“ einen umfangreichen Leitfaden vorgelegt, mit dem wir Eltern lernen können, unseren Kindern Werte zu vermitteln. Sie befasst sich mit:

  • Geborgenheit
  • Selbstachtung
  • Mitgefühl
  • Konfliktfähigkeit
  • Eigenständigkeit
  • Wertschätzung
  • Wahrhaftigkeit
  • Weltinteresse
  • Seelenerfahrung
  • Schönheitssinn
  • Naturverbundenheit
  • Humor und Heiterkeit

In einfachen Beispielen beschreibt sie, wie Eltern in den verschiedenen Situationen des Alltags diese Werte an ihre Kinder vermitteln können. Und das geht ganz ohne kostspielige Frühförderung oder zeitraubende Kurse ganz einfach beim Spazierengehen, beim Schuhe anziehen oder beim Abendessen.

Kutik verzichtet auf den großen psychologischen Überbau und beschränkt sich weitgehend auf das Beschreiben von Situationen und das Nacherzählen von Eltern-Kind-Dialogen. Dadurch wird „Herzensbildung“ zur ebenso verständlichen wie leicht verdaulichen Lektüre.

Ich selbst habe das Buch an zwei Tagen durchgelesen und sehr viele Anregungen mitgenommen. Zwei Beispiele:

Erziehung zur Wertschätzung: Kinder mit Namen begrüßen

Sehr leicht umsetzbar und sehr wirkungsvoll ist Kutiks Vorschlag, Kinder stets mit Namen (oder Kosenamen) und mit einer Berührung zu begrüßen und zu verabschieden. Dieser Tipp stammt aus dem Kapitel über Wertschätzung. Denn so gewinnt nicht nur die Person, sondern auch der Moment an Bedeutung. Man sieht sich in die Augen und freut sich über den anderen. So kann man mit einem guten Gefühl in den Tag starten oder sich abends zum gemeinsamen Essen treffen. Außerdem verdeutlicht die wertschätzende Verabschiedung auch, dass der Kampf um Gummistiefel und Mütze vergessen sind und dass das Kind als Mensch zählt und die Beziehung durch den vorangegangenen Streit nicht beschädigt wurde.

Erziehung zur Naturliebe: Raus!

Ich schaffe es fast jeden Tag mit meinen Kindern an die frische Luft zu gehen (abgesehen von den Wegen zwischen Tagesmutter und unserer Wohnung, die sowieso zu erledigen sind). Doch wenn ich ehrlich bin, ging es mir bisher immer nur um die Luft. Ich habe völlig vergessen, auch auf die Natur zu achten. Unser kleiner Garten, der Spielplatz nebenan oder der große Park – viel authentische Natur ist da nicht zu finden. Deshalb werden wir demnächst in den Wald gehen. Also in den richtigen Wald. Den mit den Tannenzapfen und dem Dickicht. Denn hier gibt es viel zu entdecken, zu finden und zu fühlen. Auch dieses Erlebnis möchte ich meinen Kindern vermitteln.

Herzensbildung als Erziehungsstil

Die Werte, die Kutik anspricht, beziehen sich auf alle Bereiche des Lebens, deswegen können wir sie auch in allen Bereichen des Lebens vermitteln. Hauptsächlich dadurch, dass wir sie vorleben und als gutes Beispiel vorangehen.

Ich selbst habe nur ein einziges Mal die Stirn gerunzelt, als es hieß, dass Totenköpfe auf Kinderkleidung nichts verloren haben weil der Tod und die Kindheit nicht zusammenpassen. Ich denke, manchmal kann man Dinge auch einfach als das nehmen, was sie sind: Launen der Mode.

Das Buch „Herzensbildung“ von Christiane Kutik ist im Verlag freies Geistesleben erschienen und kostet 18,90 €. Wir danken dem Verlag für die Bereitstellung eines kostenfreien Rezensionsexemplares.

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Lisa Figas

Lisa Figas ist Mutter von zwei kleinen Kindern und arbeitet in Teilzeit als Projektleiterin. Sie berichtet über die Erlebnisse aus dem Familienalltag und macht sich Gedanken zu der Gesellschaft, in die wir unseren Nachwuchs eingliedern. Außerdem befasst sich Lisa mit Büchern rund um das Thema Elternschaft und schreibt dazu regelmäßig Rezensionen hier auf HausHofKind.

Kommentare

  1. Beginnt „Herzerziehung“ nicht schon im Mutterleib?
    Mutter und Kind leben so lange und so eng zusammen, teilen sich in dieser Anfangszeit des neuen Lebens nicht auch das mit
    was wir nach der Geburt mit Liebe, Geborgenheit, Vertrauen, Freude oder auch das Gegenteil, etwa Angst mit.
    Wenn die Liebe der Mutter zu ihrem Kind sich im Mutterleib mitgeteilt hat, dann wird es als geliebtes Kind geboren und erfährt
    sich auch nach der Geburt von ihr und der Familie geliebt und kann dank der empfangene Liebe auf seine Weise liebend antworten.
    Wenn es als „nicht geliebtes Kind“ geboren würde, worauf baut es die ihm geschenkte Liebe nach der Geburt auf, denn es „kennt“
    ja nicht, was das ist, „geliebt zu werden“. „Lernen“ was geliebt werden ist und dann „lernen“ was es heisst, selbst zu lieben????

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