Kleine Entdecker und große Beschützer

Wenn Kinder mobil werden ändert sich plötzlich alles. Die Welt wird zum Spielplatz und alles wird erkundet, mit Händen und Füßen – und dem Mund. In dieser Zeit ist also besondere Vorsicht im Haus geboten und es sollten einige Dinge beachtet werden.

Drei Phasen der Bewegung

Man kann in der Bewegungsentwicklung eines Kleinkindes drei verschiedene Etappen ausmachen:

  1. Krabbeln
  2. Gehen
  3. Klettern

Versetzen Sie sich in Ihr Kind und versuchen Sie Ihr Haus oder Ihre Wohnung aus der Perspektive Ihres Kindes zu sehen. Wo lauern Gefahrenquellen?

Bewegungsentwicklung

Krabbeln, Laufen, Klettern

Entwicklungsphase 1: Krabbeln

Ihr Kind lernt sich fortzubewegen und erforscht alles was ihm oder ihr auf dem Weg begegnet. Jetzt ist Ihre Aufmerksamkeit gefragt. Achten Sie darauf Kleinteile in Reichweite Ihres Kindes aus dem Weg zu räumen. Außerdem sollten Sie auch zerbrechliche oder gefährliche Gegenstände entfernen, da nur eine kleine Bewegung ausreichen kann um Ihr Kind in Gefahr zu bringen. Gerät Ihre Lieblings-Vase in die Hände ihres Krabbelkindes und es stößt sie um, kann es sich an den Scherben schwer verletzen. Die Steckdosen im Haus sollten entsprechend gesichert werden.

Entwicklungsphase 2: Gehen

Um den ersten Geburtstag herum verlagert sich die Fortbewegung vom Boden ein Stockwerk nach oben in die aufrechte Haltung. Das eröffnet ganz neue Möglichkeiten. Schränke können geöffnet und Treppen erklommen werden. Das heißt: Putzmittel und andere giftige Dinge aus den unteren Schränken nach oben räumen und Sicherungen an den Schranktüren anbringen.

Natürlich kann und sollte man den Forscherdrang des Kindes nicht ganz ausbremsen. Jedoch sollten Sie immer ein Auge auf Ihr Kind haben, wenn es Schränke und Schubladen ausräumt. Darin könnten sich gefährliche Gegenstände befinden. In der Küche ist besondere Vorsicht geboten, denn Kinder können die Gefahren des Herdes noch nicht einschätzen. Hier empfiehlt es sich ein Herdschutzgitter anzubringen. Gleichzeitig macht es aber Spaß, mit den Eltern mitzukochen. Da ist Kreativität gefragt. Ein kleiner Kinderofen aus Holz oder Plastik lenkt von den gefährlichen Bereichen in der Küche ab. Auch das Ein- und Ausräumen der Schublade mit den Tupperdosen kann für die Kleinen sehr spannend sein.

Gibt es bei Ihnen eine Treppe, so sollten Sie unbedingt ein Treppenschutzgitter anbringen.

Entwicklungsphase 3: Klettern

Ist das Kind ein sicherer Läufer fängt es früher oder später an zu klettern. Die vorhandene Ebene reicht nicht mehr aus und das Kind möchte gerne erfahren was die Erwachsenen „da oben“ machen. Es klettert auf Stühle, Tische, Küchenarbeitsplatten oder Kommoden. Stellen Sie sicher, dass Ihre Möbel einen festen Stand haben und nicht umkippen, wenn Ihr Kind daran herumklettert. Außerdem sollten Sie nun auch gefährliche Dinge wie etwa Medikamente oder Kosmetika aus den oberen Schränken entfernen und in einem abschließbaren Schrank verstauen. Große Gefahren bringen auch Fenster und Balkon- bzw. Terrassentüren mit sich. Ein Moment der Unachtsamkeit und ein Kind klettert hinauf zum Fenster, öffnet es und fällt hinaus. Stellen Sie sicher, dass Ihr Kind keine Möglichkeit findet ein Fenster oder eine Tür ohne Sie zu öffnen.

Tipp: Bestellen Sie auch die Informationsblätter der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. Aktuelle Informationen (z.B. für Spielzeug, das derzeit im Trend liegt) bietet auch die Bundesarbeitsgemeinschaft mehr Sicherheit für Kinder e.V. Hier können wir auch die Facebook-Fanseite sehr empfehlen!

Tipp: Ihre ganz persönliche Sicht auf die verschiedenen Sicherheitssysteme, die es im Haushalt gibt, hat eine unserer liebsten Bloggerinnen Runzelfüsschen zusammengestellt: Babysichere Wohnung

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Kommentare

  1. Als unser Kleiner angefangen hat, sich von seiner Decke wegzurobben, war das fast ein kleiner Schok. Von einem Tag auf den anderen hat sich die Anzahl der Gefahrenquellen potenziert. Plötzlich zog er an der Tüte, die am Rand vom Mülleimer raushing und um ein Haar wäre der Restmüll auf ihn drauf gefallen. Auch die binkende Stereoanlage war plötzlich hochinteressant. Ich bin heute noch erstaunt darüber, wie entspannt mein Mann geblieben ist, als er die kleinen Schmutzfinger-Abdrücke an seiner heiligen Musikanlage entdeckt hat…

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