Ausbildung , Studium, internationale Erfahrung, Kind, ABGESCHRIEBEN!

Aus dem Leben einer arbeitslosen, arbeitswilligen und hochmotivierten Mutter – Dani berichtet uns im heutigen Gastartikel von ihrer Jobsuche, die ungleich schwerer ist, seit sie ein Kind hat.

Rockstar Mama sucht Job

Rockstar Mama sucht Job

Jaja so ist es auch immer noch in der heutigen Zeit, eine Mutter wird nicht für das anerkannt was sie kann oder was sie ist.. „nein nein.. Eine Mutter brauchen wir nicht, sie fehlt zu oft, Kind krank… Nee“.

‚NEE‘, das denke ich mir auch mittlerweile jedes Mal wenn ich in mein E-Mail Fach schaue, jedes Mal wenn ich mit einer Firma direkt rede oder überhaupt an meine fast 70 Bewerbungen in den letzten Monaten zurück denke. Das kann doch nicht sein, dass eine Frau, sobald Sie ein Kind ausbrütet einfach NICHTS mehr Wert ist??

Das hier ist meine Geschichte

Nach meinem Studium im Event Management (BA) in England und einem sehr aufregenden Job als Roadie für diverse sehr bekannte Bands fand ich schnell einen Job im Werbe- PR- und Marketingbereich als Projektmanagerin und Sekretärin.

Es lief alles super, ich hatte mich gerade an die viele Arbeit gewöhnt und hatte schon wieder große Zukunftsperspektiven mit meinem Chef gelegt – zack, boom.. lag mein Chef von heute auf morgen im Krankenhaus im Koma, lange hatte man ihn aufwecken wollen, leider ohne Erfolg. Gleichzeitig fand ich heraus, dass ich in der 8. Woche schwanger bin. Und was macht man in so einer Situation? Genau.. erst einmal gar nichts.. man hofft ja, dass der Chef wieder aufwacht und alles ist wieder gut. Es ist ja eh nur ein Traum. Doch dann wurden leider die lebenserhaltenden Geräte abgestellt.

Schwanger und Arbeitslos

Da wir leider keine Unterschriften mehr leisten konnten, wurde die Firma folgend durch einen Insolvenzverwalter aufgelöst. Ich wurde freigestellt, dann arbeitslos und versuchte natürlich mein Bestes noch irgendwie an irgendeinen Job zu kommen. Nö.. natürlich habe ich nichts mehr gefunden.
Ich bekam meine süße, gesunde Tochter, Marie (jetzt 2 Jahre). Ich ging in Elternzeit mit halbem Anspruch, da ich 6 Monate zuvor ja nicht mehr erwerbstätig war. Aus der Not heraus, meldete ich das Ganze noch auf 2 Jahre an, damit ich mit Tochter nach einem Jahr nicht gerade ohne Krankenkasse dastehe. Woran man nicht alles im Vorhinein denken muss?!

Mama und Arbeitslos

Und so ist es nun. Ich bekomme noch bis April ALG1 aus der Insolvenz heraus, habe zwischenzeitlich Kurse im Bereich Marketing und PR, dank Arbeitsagentur als Sponsor, belegen dürfen und finde trotz meiner sehr starken Bemühungen keinen anständigen Job. Ich bin sogar von 20 über 30 Stunden auf Vollzeit mit Home-Office hochgegangen. Fast 70 Bewerbungen habe ich geschrieben. Nichts hilft. Mittlerweile nehme ich die Absagen sarkastisch an, ganz im Motto „war wohl nicht die richtige Firma“.

Zumindest habe ich ein Jobangebot bekommen. Ein 20 Stunden-Job auf 850€. Hört sich zumindest gut an, Sozialversicherung, Krankenkasse.. . Gut ja, wenn man allerdings nach Steuerabgaben auf ca. 670 Euro netto kommt, man noch einen zusätzlichen 450€-Job dazu nehmen muss um irgendwie seinen Studienkredit und Bafög abzahlen zu können und sonstige Ausgaben mit einbeziehen muss um dann auf gesamt 33 Stunden ohne Fahrzeit zu kommen, dann überlegt man es sich ein zweites Mal. Das Ganze auf 6 Monate erst einmal befristet natürlich, denn man weiß ja nicht ob das mit dem Kind überhaupt was wird.

Mit dem Risiko nach 6 Monaten aus irgendwelchen (mir nicht schlüssigen) Gründen wieder auf der Straße zu stehen und kein Arbeitslosengeld zu bekommen musste ich also leider den trotzdem interessanten Job ablehnen. Dazu muss auch noch gesagt sein, dass ich nur wenige Tage Zeit hatte mich zu entscheiden. Manch eine/r möge sagen ` ja nimm doch den Job an und hau ab wenn du etwas anderes findest, Hauptsache versichert`, aber so jemand bin ich nicht.

Also geht die Jobsuche weiter

Zwischenzeitlich postete die liebe Lisa in einer lokalen Gruppe für jobsuchende Mütter einen Link zu einem Zeitungsartikel der SZ. Dieser handelte von einer Stellenanzeige eines Freisinger Kreativagenturchefs, der explizit Mütter sucht. Schaut euch doch einmal die originale Stellenanzeige auf facebook an.

Nachdem ich das las, bewarb mich natürlich ganz schnell, denn der Job traf wirklich auf mich zu – der Chef scheint auch noch ‚locker‘ drauf zu sein… Ich glaube das war die kreativste Bewerbung die ich je geschrieben habe. Er bekam jedoch hunderte von Bewerbungen, was natürlich verständlich ist bei so einer tollen Einstellung.

Nach ein paar Tagen bekam ich eine nette E-Mail zurück, in dem er sich für die Bewerbung bedankte, und schrieb mir eine sehr lange E-Mail über was momentan bei ihm los ist, dass er leider absagen muss, weil er jemanden suchte, der/die sich in Freising auskennt. Alles verständlich! Das war die tollste Absage die ich je in meinem Leben bekommen habe. Wir werden weiterhin im Kontakt bleiben und sehen was die Zukunft bringt.

Rockstar Mama sucht Job

Also musst du wohl einmal dein eigenes Ding aufstellen, dachte ich mir. So verfasste ich meine eigene Facebook-Suchanzeige á la Michael Kasper. Dass diese nicht ganz so viel Medienpräsenz auf sich ziehen wird war mir klar, denn ich begehe ja keine Straftat und ich kränke wohl auch keine andersgeschlechtlichen. Aber ich erhoffe mir trotzdem daraus zumindest ein bisschen Aufmerksamkeit auf das Thema zu lenken, dass Frauen mit Kindern in der Arbeitswelt nicht akzeptiert werden und sich viele Arbeitgeber einem einfach den Rücken zu kehren.

Hier meine Anzeige und der Link (gerne für Euch zum Teilen):

Mama sucht Job

Mama sucht Job

Ich kann nur sagen, liebe Mamas, vor allem aber auch liebe Papas liebe Omas, Opas, Freunde, Bekannte, liebe Welt: Bitte macht euch Stark für Mütter. Sprecht Politiker auf das Thema an, redet untereinander darüber. Nur so wird evtl. einmal etwas Positives geschehen.

Wie ergeht es euch bei der Jobsuche? Habt ihr schon ähnliche Erfahrungen gemacht?
Ihr könnt euch gerne bei mir melden, ich würde mich sehr auf eure Kommentare freuen. Natürlich werde ich mein Bestes geben euch allen zu antworten!

Kopf hoch! Und.. psst.. bitte meine Jobsuche auf Facebook teilen ☺

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Gastartikel

Kommentare

  1. Ging mir ähnlich, auch deshalb schreibe ich jetzt ein Buch. Ich habe mich selbstständig gemacht dann. Das Thema muss an die Öffentlichkeit.

    • Rockstar Mama (Dani) sagt: März 10, 2017 at 11:50 am

      Liebe Eva-Catrin, herzlichen Dank für Dein Post. Kannst du mir evtl deine Geschichte einmal schicken? Ich sammel gerade Material für ein Projekt 😉 LG aus Augsburg

  2. Liebe „Rockstar Mama“,
    ich kenne das Problem nur zu gut; habe slbst einen sehr unschönen Bewerbungsmarathon hinter mir. Die Idee mit dem Facebook-Post ist klasse! Werde ihn auf twitter teilen (auf FB bin ich kaum), vielleicht bewirst Du ihn auch auf FB (Siehe PM)?

    Ich würde mich freuen zu hören, wenn es geklappt hat: Da Du sogar bereit wärst Vollzeit zu arbeiten, ist es umso unverständlicher, dass Du noch auf der Suche bist.

    Die Bertelsmann Stiftung #zukunfederarbeit übergibt am morgigen Dienstag, 7. März 2017 das Qualitätssiegel „Familienfreundlicher Arbeitgeber“ und verschafft so (auch auf den sozialen Netzwerken) dem Thema #vereinbarkeit bzw. #familienfreundlichkeit mehr Gehör.

    Alles Gute und viel Erfolg!
    LG,
    Kirsten

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