Erziehung: Scheitern erlaubt

Eltern erzählen von Situationen, in denen sie nichts richtig gemacht haben.

Eltern erzählen von Situationen, in denen sie nichts richtig gemacht haben.

Der Blog Grosse Köpfe hat Eltern dazu aufgerufen, ihre Geschichten vom Scheitern zu erzählen. Momente, in denen sie mit ihrer Erziehung einfach nicht mehr weiter kamen, Momente, in denen Tipps nicht mehr halfen.

Zahlreiche Blogger haben bei dieser Aktion mitgemacht und ihre Geschichten erzählt.

Durch dieses vielfältige Berichte über persönliche Erfahrungen wird allen Lesern gezeigt, dass Scheitern ganz normal ist und dass es auch in den besten Familien vorkommt. Durch das Lesen der verschiedenen Blogeinträge können Eltern sehen, dass nicht alles gleich ein großes Problem ist, das umgehend behoben werden muss, sondern dass Scheitern einfach auch mal dazu gehört.

Aufräumen unmöglich

Auf dem Blog Rosas Welt berichtet die zweifache Mutter von einem Problem, das bestimmt viele Eltern kennen: Die Unordnung der Kinder. Ihre Jungs sammeln gerne alle möglichen Dinge, die sie auf der Straße finden und generell werden die Spielsachen nach dem Spielen nie dahin zurück geräumt, wo sie eigentlich ihren Platz hätten. Rosa erzählt direkt von einem Wochenende, an dem sie mit den Jungs dabei zugeschaut hat, wie Wägen und Fahrgeschäfte für die Kirmes aufgebaut wurden. Und kaum als sie wieder zu Hause waren, wurde in der Wohnung die komplette Kirmes nachgebaut. Plüschtiere, Lego, Schuhe – alles fand Verwendung.

An ihren schlechten Tagen, sieht Rosa sich vor diesem Chaos gescheitert. Dann, wenn ihre Aufforderungen und Ermahnungen keine Wirkung zeigen. Doch Rosa versucht, in den mühevoll gebauten Werken ihrer Jungs vor allem das Kreative und Ideenreiche zu sehen.

Dieser Artikel ist amüsant geschrieben und sehr lesenswert!

Mama Zombie = Mombie

Mama Schulze berichtet von einem ganz anderen Thema, sie blickt zwei Jahre zurück: Ihre zweieinhalb Monate alte Tochter schreit ständig, ist müde und möchte doch nicht einschlafen. Damit ist sie das Gegenteil ihrer großen Schwester, die als Baby doch ab und an mal geschlafen hat. Jegliche Maßnahmen machen das Ganze zwar besser, jedoch ändern sie nicht genug. Auch beim Stillen ist es anders als beim ersten Kind. Die Kleine will nur im stillen Zimmer gefüttert werden. Ist um sie herum nicht alles ruhig, fängt sie an zu schreien. Mama Schulze bezeichnet sich selbst als Mombie in dieser Zeit – eine Mischung aus Mom und Zombie. Sie schreit ihre Kinder an und ihren Mann und ist mit der Situation überfordert. Sie schämt sich für sich selbst.

Doch zwei Jahre später sieht sie das Ganze etwas anders: All diese Probleme sind Vergangenheit und sie kann noch nicht einmal genau benennen, wann das Ganze aufgehört hat. Geschwister können in ihrem Verhalten nun mal total unterschiedlich sein. Die Kleine war umentspannt und die Mutter hatte sich wohl zu viel vorgenommen, denkt sie heute darüber. Den ganzen Blogeintrag können Sie hier nachlesen.

Mama Schulze ist eine Mutter mit multipler Sklerose und berichtet regelmäßig von ihrem Leben als Mutter, als Berufstätige und mit der Krankheit. Diesen Blog können wir Ihnen nur ans Herz legen!

Peinlichkeit abschütteln

In ihrem Blog Tepua berichtet auch Anna vom Scheitern. Sie schreibt über ihr Leben als Schauspielerin, bei dem sie das Scheitern als einen Freund akzeptieren musste, um sich Dinge zu trauen. Daraus kann sie heute bei der Kindererziehung ihre Vorteile ziehen. Ihr Peinlichkeitslevel liegt aufgrund des Schauspielerns niedrig, sodass sie ihrem Kind gerne mal Grimassen in der Öffentlichkeit schneidet, um es bei Laune zu halten. Außerdem berichtet sie über verschiedene Situationen, in denen ihr nichts peinlich sein darf. Einen lustigen Moment beschreibt sie, als ihr Sohn motzt und heult. Als Reaktion wirft sie sich einfach direkt neben ihn auf den Boden, um auch zu brüllen. Denn das sorgt bei dem Kleinen für große Verwirrung.

Doch macht sie sich ein wenig Sorgen als Mom zu scheitern, wenn ihr Kind eine Mutter als Vorbild hat, der nichts peinlich ist. Doch auch das sieht sie mit Humor. Den ganzen sehr amüsanten Artikel können Sie hier nachlesen.

Auszeiten einfordern

Ein Beitrag von Rike Drust ist der abschließende, den wir Ihnen heute vorstellen möchten. Sie spricht ein Thema an, das bestimmt viele Mütter kennen: Die Unzufriedenheit mit sich selbst. Man hat hohe Erwartungen und Vorstellungen, sowohl an das Verhalten als Mutter, als auch an das eigene Aussehen oder den Beruf. Auch stehen Mann und Kinder immer an erster Stelle und somit kommt Rike Drust oft einfach zu kurz – oder in den wenigen Momenten fehlt die Energie. Irgendwann wird es zu viel. Doch dann lässt der Mann ihr ein paar Tage Ruhe, in denen sie sich weniger um die Kinder kümmert, mehr schläft und sich mehr Zeit für sich nimmt. Nach dieser Auszeit wird alles wieder einfacher und macht wieder Spaß.

Rike schlussfolgert, dass sie nicht immer so lange funktionieren müsste und sich öfter Pausen gönnen sollte. Und das ist ein Tipp, den sich auch andere Mütter, wenn es gerade möglich ist, zu Herzen nehmen können. Rikes sehr gut geschriebenen Blogeintrag finden Sie hier.

Rike hat übrigens ein wunderbares Buch geschrieben, in dem auch das Thema Scheitern eine große rolle spielt. Lest hier unsere Rezension zu Muttergefühle.

Insgesamt zeigen die vielen Geschichten der Blogparade, dass Scheitern alles andere als schlimm ist. Verzweifelte Eltern werden hier vielleicht einen Funken Hoffnung verspüren. Und noch dazu sind alle Geschichten humorvoll geschrieben und damit ein großer Spaß zu lesen.
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