Kindern Kunst nahebringen

"Wo ist Nils der Eisbär?" Kinderbuch von Nicolas Piroux

„Wo ist Nils der Eisbär?“ Kinderbuch von Nicolas Piroux

Ich weiß ja nicht, wie es Euch so geht, aber eine Gemäldegalerie ist nicht unbedingt der Ort, an dem ich meine Kinder sehe. Dass Kunst und Kinder trotzdem gut zusammenpassen, zeigt das neue Kinderbuch „Wo ist Nils der Eisbär?“ von Nicolas Piroux.

Dieses Kinderbuch aus dem Verlag belser besteht aus großformatigen Drucken von Gemälden, die alle im Pariser Museum Museé d’Orsay hängen. Nils der Eisbär – eigentlich eine Steinskulptur von François Pompon – steht ebenfalls in diesem Museum.

Manchmal ist dem Eisbären aber langweilig, und er schleicht sich durchs Museum. Aufmerksame Besucher können ihn dann in den Gemälden entdecken. Das ist gar nicht so leicht, denn Nils der Eisbär ist ein Meister der Tarnung und oft muss man ihn richtig suchen!

Auf der Suche nach dem Eisbären entdeckt man aber allerhand andere, spannende Dinge, wie zum Beispiel den kleinen Hund zwischen den Beinen der Balettmädchen auf Edgar Degas‘ „Der Tanzunterricht“. Oder man kann sich darüber unterhalten, dass es früher bei den Bauern gar keine Traktoren gab, wenn man Jean François-Millets „Die Ährenleserinnen“ betrachtet.

Nils der Eisbär, versteckt im Gemälde "Pilger auf dem Weg nach Mekka" von Léon Belly

Nils der Eisbär, versteckt im Gemälde „Pilger auf dem Weg nach Mekka“ von Léon Belly

Ich war erstaunt, wie sehr unser Sohn (knapp 4) dieses Buch liebt. Er hat es über mehrere Wochen fast täglich in die Hand genommen und manchmal nur einzelnen Bilder betrachtet, manchmal das ganze Buch durchgesehen. „Wo ist Nils der Eisbär?“ hat uns immer wieder zum erzählen und diskutieren angeregt, denn die Bilder stammen aus unterschiedlichen Epochen und zeigen unterschiedlichste Motive. Natürlich sind viele Naturmotive, Landschaften und Tiere zu sehen. Sehr spannend sind aber auch die Bilder, auf denen Menschen dargestellt sind. So fand unser Sohn zum Beispiel die Kindergruppe „Das Treffen“ von Marie Bashkirtseff sehr interessant und hat lange das Bild „Empfang von Condé in Versailles“ von Jean-Léon Gérôme betrachtet, auf dem man den Hofstaat des Sonnenkönigs sieht.

Nils der Eisbär, versteckt im Gemälde "Frühstück im Grünen" von Claude Monet

Nils der Eisbär, versteckt im Gemälde „Frühstück im Grünen“ von Claude Monet

Mir ist erst durch dieses Buch bewusst geworden, dass wir die Kinder nahezu ausschließlich mit „kindgerechten“ Bildern umgeben. Wir haben zwar zahlreiche Bücher angeschafft, aber es sind eben alles Kinderbücher. In den Büchern von Mama und Papa sind nur Buchstaben und eine Zeitung liegt bei uns nur selten herum. Also kennen sie eigentlich nur ihre eigene Bilderwelt. Ich bin sehr froh, dass wir, angeregt durch das Eisbären Buch von Nicolas Piroux, diese Welt verlassen und gemeinsam über den Tellerrand geschaut haben. Diese Einladung sollten noch mehr Eltern und Betreuungspersonen annehmen.

Das Buch „Wo ist Nils der Eisbär?“  von Nicolas Piroux ist bei belser erschienen und kostet 14,99€. Wir danken dem Verlag für die Bereitstellung eines kostenfreien Rezensionsexemplares. Das Buch hier bei Buch7.de bestellen.

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Lisa Figas

Lisa Figas ist Mutter von zwei kleinen Kindern und arbeitet in Teilzeit als Projektleiterin. Sie berichtet über die Erlebnisse aus dem Familienalltag und macht sich Gedanken zu der Gesellschaft, in die wir unseren Nachwuchs eingliedern. Außerdem befasst sich Lisa mit Büchern rund um das Thema Elternschaft und schreibt dazu regelmäßig Rezensionen hier auf HausHofKind.

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