Kind schiebt Sachen durch die Wohnung

Das Eltern-Mantra lautet: „Das ist nur eine Phase.“ Auch wir sind wieder einmal an dem Punkt, an dem wir uns diesen Satz etwa 37 mal pro Tag innerlich vorsagen. Der Grund ist: Unser Kind räumt die Wohnung um.

Alles fing damit an, dass wir das Bett in seinem Kinderzimmer an eine andere Stelle geschoben haben. Einfach so, um das mal auszuprobieren. Dafür muss man dann natürlich ein paar Sachen beiseite stellen, den Teppich verrutschen und mal saugen… Jedenfalls hat ihm diese Räumerei gefallen. Es hat keine 3 Stunden gedauert, da hat er angefangen, im Rest der Wohnung auch umzuräumen.

Wir haben so einen wunderschönen alten Holzfußboden aus Dielen. Um den zu schonen, kleben an jedem Möbelstück unten Filzgleiter aus dem Baumarkt dran. Das führt dazu, dass sich die meisten Sachen recht gut bewegen lassen.

Ihr denkt, dass das ja wohl nicht so schlimm sein kann? Doch: Wenn man drei mal am Tag über den eigenen Couchtisch stolpert, das Kind unter dem Teppich suchen muss oder den Abfalleimer nicht findet, dann nervt das ziemlich schnell.

Foto 2-1Seit einer Woche geht dieses Bäumchen-Wechsel-Dich-Spiel nun schon. Und ich frage mich, wie lange es noch andauert. Man kann das herumschieben schlecht verbieten. Hier fehlt einfach der Platz, an den man Mülleimer, Kindermöbel und Teppiche retten könnte  und eigentlich will ich das auch nicht. Schließlich stehen die meisten Möbel ja da, weil man sie für irgendwas braucht.

Die Taktik ist im Moment die, dass wir ihn loben, wenn er etwas wieder aufräumt und an die richtige Stelle stellt. Während er etwas herumschiebt, ignorieren wir das weitestgehend, um die ganze Sache für ihn nicht noch spannender zu machen. So richtig funktioniert das aber nicht. Ist ja auch irgendwie lustig, Mama dabei zu beobachten, wie sie die Mülleimer acht mal am Tag wieder auf ihren Platz trägt.

Ach ja, ich habe noch gar nichts zum Thema Radius erzählt. Wir reden hier nicht von ein oder zwei Metern. Das Kind kann mittlerweile schon alleine (mit Hilfe eines Kinderstuhls) Türen aufmachen. Auch Türschwellen sind kein Problem. So stand der Mülleimer nun schon vor der Wohnungstür, der Eimer für den Grünen Punkt fand sich plötzlich im Büro wieder und die Kinderstühle sind vom Kinderzimmer unter den Küchentisch gewandert.

Kann mir einer sagen, was die tiefere Bedeutung dieser seltsamen Angewohnheit ist? Florentin ist nun knapp 19 Monate alt. Das Buch „Oje ich wachse“ endet bei 16 Monaten. Hier finden wir also keinen Hinweis mehr. Im Internet finde ich auf einigen Ratgeberseiten den Hinweis, dass dieses Verhalten für das Alter typisch ist. Da steht aber nic dabei, warum die Kinder das machen und – viel wichtiger – wie lange… Ich geh dann mal aufräumen.

Please like & share:

Das könnte Sie auch interessieren


Lisa Figas

Lisa Figas ist Mutter von zwei kleinen Kindern und arbeitet in Teilzeit als Projektleiterin. Sie berichtet über die Erlebnisse aus dem Familienalltag und macht sich Gedanken zu der Gesellschaft, in die wir unseren Nachwuchs eingliedern. Außerdem befasst sich Lisa mit Büchern rund um das Thema Elternschaft und schreibt dazu regelmäßig Rezensionen hier auf HausHofKind.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.