Fahrradfahren mit Kind und Kegel

Kegel muss ich nur selten transportieren. Könnte aber sein. Schließlich weiß man nie so genau, welches Spielzeug jetzt gerade der heißgeliebte Begleiter meines Kindes sein wird. Im Moment kuschelt er abends zum Beispiel mit einem kleinen Holzbagger…

Was bei unseren Ausflügen immer dabei ist: Windeln und Feuchttücher, Wechselkleidung, Maiswaffeln und was zu Trinken. Klingt nicht so viel, ist aber doch ein hübsches Paket. Und das alles nur, damit wir ein paar Stunden auf dem Spielplatz verbringen können. Aber so ist das nun mal, wenn man Mama ist. Die Zeiten der Clutch, die man sich unter die Achsel klemmt, sind definitiv vorbei.

Seitdem es draußen wieder wärmer ist, packe ich den Kleinen am liebsten aufs Fahrrad. Dadurch erhöht sich unser Radius enorm und wir verbringen die Nachmittage im Augsburger Siebentischwald. Dort gibt es einen Spielplatz, auf dem auch jetzt im Frühjahr schon ganz lange die Sonne scheint.

Doch das Problem ist: Wie bekomme ich unser ganzes Geraffel bis zum Spielplatz. Denn gleichzeitig ein Kind und ein Gepäckstück sicher mit dem Rad zu transportieren ist gar nicht so einfach.

Sicher Radfahren mit Kind

Ich habe mich für einen Kindersitz entschieden, der über dem Gepäckträger am Fahrrad angebracht wird. Das erschien mir praktischer. Außerdem ist der Sitz ein wenig gefedert. Ich bilde mir ein, dass das gesünder ist, als die Fahrradanhänger, mit denen man die Kinder hinterher zieht. Ich finde nämlich, dass die dort immer sehr durchgeschüttelt werden, bei jeder Bordsteinkante. Aber da diese Kindersachen sicherlich alle ihre Prüfsiegel und TÜV-Plaketten haben, ist das wahrscheinlich nur Einbildung.

Fahrrad

Mein Mann und ich sind sicherlich besonders auf Sicherheit bedacht. Das hat verschiedene Gründe, die auszuführen hier zu weit gehen würde. Es war jedenfalls völlig klar, dass wir den Kinderfahrradsitz vom Profi montieren lassen. Nicht zuletzt deshalb, weil wir gar kein passendes Werkzeug hatten. So habe ich mich beim Fahrradhändler auch gleich zum Thema Fahrradständer beraten lassen. Denn der Ständer, den ich seit meiner Jugend benutzt habe, hat schon mehrfach versagt. Undenkbar, da ein Kind draufzusetzen.

Viele Eltern haben so eine Gabel als Fahrradständer. Davon wurde mir jedoch abgeraten. Der Grund ist, dass man diesen Gabel-Ständer nur ein- und ausklappen soll, wenn keine Belastung darauf ist. Das heißt, man müsste jedes mal das komplette Fahrrad samt Kind anheben (mit nur einem Arm), nur um den Ständer zu bedienen. Das hält selbst der motivierteste Fahrradfahrer nicht durch, weil es einfach zu schwer ist. Und so zerstört man den Gabel-Fahrradständer langsam aber sicher und muss ihn ständig austauschen.

An mein Rad wurde nun also ein Ständer montiert, der an der hinteren Radachse angebracht wurde. Das passt zum Schwerpunkt des Kindes, wenn es im Kinderfahrradsitz sitzt. In den letzten Monaten konnte ich dieses System ausprobieren und muss sagen, dass die Beratung sehr zutreffend ist.

  1. Das Kind samt Rad ist wirklich verdammt schwer
  2. Das Rad steht auch ohne Gabelständer stabil, weil der einfache Ständer an der idealen Stelle angebracht wurde.

Ein Fahrrad mit Kind ist nicht automatisch ein Lastenrad

Nun sind wir also sicher und schnell unterwegs. Stellt sich nur noch die Frage nach dem Gepäck. Denn mit Kind auf dem Gepäckträger im Fahrradkindersitz kann man keinen Rucksack tragen. Der klebt sonst dem Kind an der Backe und das wäre schon äußerst unangenehm. Man kann aber auch keine Umhängetasche nutzen, denn auch die liegt entweder auf dem Rücken oder sie baumelt nervtötend vor dem eigenen Bauch herum. Spätestens beim ersten Berg geht einem das tierisch auf den Geist.

Nun kam die Idee auf, Packtaschen an das Rad zu bauen. Doch leider sind die Schutzbleche für die Kinderfüße dabei im Weg. Bisher gibt es dafür noch keine schlaue Lösung. Sehr schade! Das wäre mal eine tolle Herausforderung für Designstudenten…

Die Lösung, die mir vom Fahrradhändler vorgeschlagen wurde, ist ein Lenkerkorb. Doch hier gibt es eine wichtige Regel: Nicht mehr als 5 Kilo damit transportieren. Packt man mehr Gewicht vorne aufs Rad, wird das ganze Gefährt schnell instabil. Und das ist dann wiederum eine Gefahrenquelle.

Ich werde mir so einen Fahrradkorb ans Rad bauen lassen, einfach weil ich keine andere Wahl habe. Zum Einkaufen ist so ein Korb dann allerdings nicht geeignet. Da heißt es weiterhin: Kind in den Kinderwagen packen und das Netz am Fahrgestell vollladen. So ein Kinderwagen ist dann zwar auch nahezu manövrierunfähig, aber mit dem ist man ja auch in wesentlich niedrigeren Geschwindigkeiten unterwegs.

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Lisa Figas

Lisa Figas ist Mutter von zwei kleinen Kindern und arbeitet in Teilzeit als Projektleiterin. Sie berichtet über die Erlebnisse aus dem Familienalltag und macht sich Gedanken zu der Gesellschaft, in die wir unseren Nachwuchs eingliedern. Außerdem befasst sich Lisa mit Büchern rund um das Thema Elternschaft und schreibt dazu regelmäßig Rezensionen hier auf HausHofKind.

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