Baby Erstausstattung: Investiere klug!

Erstausstattung: Was Du alles nicht brauchst für Dein Baby

Erstausstattung: Was Du alles nicht brauchst für Dein Baby

Wenn man ein Kind erwartet, trudeln aus allen Richtungen Listen ein: Die Frauenärztin listet auf, was man plötzlich nicht mehr essen darf, die Hebamme erläutert die Liste für die Kliniktasche und die Ratgeber überschlagen sich mit Tipps zur Baby Erstausstattung. Mir drehte sich damals manchmal der Magen an, wenn ich die Listen betrachtete und an unseren Kontostand guckte…

Was Du brauchst und was Du nicht brauchst für Dein Baby

Die Kleinkindpädagogin Susanne Mierau hingegen hat eine Nicht-Liste herausgegeben. „Was Du alles nicht brauchst für Dein Baby“ ist ein schmales Booklet, das auf mich sehr beruhigend gewirkt hat. Mierau erklärt nämlich, auf welche Dinge man gut verzichten kann. Das ist manchmal ganz erstaunlich, oft aber auch ziemlich logisch – zumindest aus der rückblickenden Sicht einer zweifachen Mutter.

„Was Du alles nicht baruchst für Dein Baby“ ist nicht so dogmatisch formiliert, wie man es vielleicht befürchten könnte. Im Gegenteil. Susanne Mierau erklärt, warum man manche Gegenstände benötigt und manche Tätigkeiten auch anders machen kann. Dabei berücksichtigt Sie in ihrer Formulierung aber auch individuelle Besonderheiten und Bedürfnisse, so dass niemand ausgeschlossen wird.

Beispiele für Verzicht und sinnvolle Investition bei der Erstausstattung

Laut Susanne Mierau braucht man keinen Kinderwagen. Eine Tragehilfe ist wesentlich flexibler und hat zahlreiche Vorteile. So kann man sie beispielsweise auch innerhalb der Wohnung als Einschlafhilfe verwenden. Darüber hinaus ist sie ergonomisch für das Kind viel sinnvoller und kann – richtig angewendet – sogar Vorteile beim Muskelaufbau und bei der Stabilität der Hüftgelenke bringen. Statt in einen teuren Kinderwagen könnte man also in eine professionelle Trageberatung investieren. Das Geld für die Erstausstattung (Kostenstelle Babytransport) wäre dann wesentlich sinnvoller angelegt.

Auch Spielzeug, und Mützen sind Gegenstände, die man, laut Susanne Mierau, in der Baby Erstausstattung eigentlich nicht benötigt. Als Spielzeug dient in den ersten Monaten der eigene Körper (Füße greifen etc.), danach sind die Gegenstände spannend, mit denen die Bezugspersonen ebenfalls „spielen“, also Kochlöffel, Schlüssel, Tupperware… Die Babymützen sind (in der Wohnung) unnötig, solange die Raumtemperatur normal ist. Man könnte sogar sagen, dass sie schädlich sind, weil sie die Bindung zwischen Baby und Bezugsperson stören könnten. Wie das? Der Duft, der vom Babyköpfchen aufsteigt führt im Körper der Betreuuer dazu, dass das Bindungshormon Oxytozin ausgeschüttet wird. Die Mütze verhindert dieses Zusammenspiel.

Auch zu den Themen Schnuller, Beikost und Kleidung hat Susanne Mierau interessante Erkenntnisse aufgeschrieben. Viele Dinge, die sie empfiehlt oder auf die sie hinweist, kann ich rückblickend bestätigen. Wir haben uns beim ersten Kind eher an den klassischen Empfehlungen (Kinderwagen, Rhytmus trainieren, Stillabstände, etc.) orientiert und sind beim zweiten Kind eher dem Prinzip der bindunungsorientierten Erziehung gefolgt. Uns ging es mit dem zweiten Baby besser (eine Zusammenfassung dazu könnt Ihr hier nachlesen: Nachts stillen – was ich bei Kind 2 anders gemacht habe). Deshalb kann ich für unsere Familie den Sinn und die Wirksamkeit von Susanne Mieraus Herangehensweise bestätigen.

Geld in ein Kind investieren – aber wie?

So, nun haben wir gelernt, woran wir sparen können, wenn wir weniger Kleidung, kein Spielzeug und keinen Kinderwagen kaufen. Do was machen wir mit dem ersparten Geld? Susanne Mierau hat hierzu einen sehr guten Tipp: Kauft Euch Zeit. Das klingt erstmal seltsam, kann aber für junge Eltern zum Beispiel so aussehen:

  • Verzichtet lieber auf Einkommen (soweit möglich) und nutzt Elternzeit, Partnerbonus und Teilzeitarbeit aus. Die gemeinsam verbrachte Zeit ist so wertvoll! Natürlich klingt das jetzt wie eine Phrase, doch Familienzeit ist tatsächlich etwas, das man mit Gold nicht aufwiegen kann. Und eine gute Investition in die Zukunft! Dazu gab es bei Knitterfee neulich einen sehr schlauen Text: Unsre Anschaffungen fürs Baby
  • Kauft Euch frei, indem ihr Putzfhilfen und Lieferdienste nutzt, wann immer es möglich ist und Sinn macht. Je erholter die Eltern, desto glücklicher die ganze Familie – von dieser Formel bin ich persönlich sehr überzeugt.
  • Leistet Euch gute Qualität. Wenn Ihr eine Tragehilfe kauft, kauft die Beratung mit dazu, denn langfristig schont ihr mit einer passenden Tragehilfe (und der perfekten Einstellung) Euren Rücken. Kauft lieber wenig Kinderkleidung, dafür aber die guten Wolle-Seide-Teile, die man weniger waschen muss.
  • Legt Euch einen Puffer an – wenn ihr noch keinen habt. Der Kindergarten braucht seine Kaution zum Saisonwechsel und Ihr müsst plötzlich nicht nur das Kind wintermäßig neu einkleiden, sondern auch noch drei Monatsberiträge zusätzlich bezahlen – sehr stressig ohne Puffer. Wenn das Auto kaputt geht und kurz drauf der Kindergeburtstag ansteht lebt es sich mit einem kleinen Finanzpolster ebenfalls entspannter. Auch wenn es schwer fällt: Sprecht die Omas an. Lieber ein Sparkonto für die Kids als bei jedem Besuch ein hässliches Matchbox Auto…

Ratgeber zur Erstausstattung und weiterer Lesestoff für Eltern

Booklet zum Thema Erstausstattung von Susanne Mierau

Booklet zum Thema Erstausstattung von Susanne Mierau

„Was Du alles nicht brauchst für Dein Baby“ ist im Zusammenhang mit der Geborgenen Erstlingsbox entstanden, ein Projekt, das Eltern dabei unsterstützt, eine sinnvolle Erstausstattung für ihr Baby zusammenzustellen. Das Buch kann aber auch einzeln im Shop von Susanne Mierau gekauft werden. Sie hat übrigens noch weitere tolle Ratgeber geschrieben und veröffentlicht auf ihrem Blog ebenfalls sher tolle Texte rund um Erziehung, Pädagogik, Familienalltag und Kinderpflege. Undbedingt mal reinklicken: Geborgen wachsen.

Was Du alles nicht brauchst für Dein Baby“ kostet als E-Book 4,99€ und als gebundene Ausgabe (Softcover) 6,99€. Bestellbar über den normalen Buchhandel oder direkt bei Susanne Mierau im Shop. Wir haben das Buch als kostenfreies Rezensionsexemplar erhalten.

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Lisa Figas

Lisa Figas ist Mutter von zwei kleinen Kindern und arbeitet in Teilzeit als Projektleiterin. Sie berichtet über die Erlebnisse aus dem Familienalltag und macht sich Gedanken zu der Gesellschaft, in die wir unseren Nachwuchs eingliedern. Außerdem befasst sich Lisa mit Büchern rund um das Thema Elternschaft und schreibt dazu regelmäßig Rezensionen hier auf HausHofKind.

Kommentare

  1. Das sind wirklich gute Tipps! Wenn ich denke wie viel Geld wir praktisch aus dem Fenster geschmissen haben für Dinge, die wir nicht einmal gebraucht haben…

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